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National

HFC-Fans mit offenem Brief

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 30. Juli 2014
Quelle: imago

Merkwürdig war die Stimmung beim Drittliga-Auftakt des Halleschen FC gegen den Chemnitzer FC. Die Ultras der Saalefront, deren Symbolik der Verein verboten hat, schwiegen, andere Fans solidarisierten sich mit ihnen. Wieder andere pfiffen, als Teile der Fankurve nach zwölfminütigem Boykott ins Stadion zurückkamen.

Die Fanszene des Halleschen FC ist gespalten, so viel steht fest. Während die einen das konsequente Vorgehen des Vereins begrüßen, solidarisieren sich die anderen mit den Ultras. Einig dürften sich die meisten jedoch darüber sein, dass sie so eine Atmosphäre wie beim Spiel gegen Chemnitz möglichst nicht noch einmal erleben wollen.

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Aus diesem Grund haben sich nun mehrere Fanclubs mit einem offenen Brief an alle Fans, Mitglieder und den Vorstand des HFC gewandt. Darin fordern die Unterzeichner „einen neuen gemeinsamen Umgang. Mehr Respekt für den anderen, egal wo dieser Fan im KWS seinen Sitz- oder Stehplatz hat. Mehr Toleranz auch für unterschiedliche Meinungen. Wir brauchen mehr Kommunikation untereinander, egal wo und ob überhaupt ein Fan organisiert ist. Wir brauchen eine neue Fanqualität!“

Darüber hinaus sprechen sich die Fans dafür aus, dass sich der Vorstand des Halleschen FC noch einmal mit der Saalefront zusammensetzt und eine Lösung für die aktuelle Problematik findet. Dabei drängen sie auf einen schnellen Konsens, denn „scheitern die Bemühungen einer Einigung, verlieren wir alle und erleben spätestens zum nächsten Heimspiel einen neuerlichen Akt in diesem Trauerspiel.“

Nachfolgend der offene Brief der Fanclubs im Wortlaut

An alle Fans, Mitglieder und den Vorstand unseres Halleschen FC,
heute, drei Tage nach der Auftaktniederlage gegen den Chemnitzer FC, beschäftigt uns weniger das sportliche Ergebnis, als das Geschehen innerhalb des Kurt Wabbel Stadion.
Voraussetzungen, wie sie innerhalb der Fanszene unseres Halleschen FC noch nie existent waren, und eine atmosphärisch und emotional angespannte Situation führten zu einem unerträglichen Verhalten der Fans untereinander. Auffallend sind dabei die Lagerbildung in den Blöcken und die Spirale gegenseitiger Anfeindungen und Provokationen.
Diese ambivalente Stimmungslage kann einen entscheidenden Anteil an der verdienten Niederlage gegen den Chemnitzer FC gehabt haben.
Zumindest war sie keine Motivation zur Leistungssteigerung für eine verunsichert spielende Mannschaft.
Die Ursachen für das Geschehen sind vielfältig. Schuldzuweisungen? Natürlich sind es immer die anderen! Keiner kann ein Interesse daran haben, Ereignisse so lange zu relativieren bis die Verursacher unsichtbar geworden sind.
Es wurde gefragt, was wäre wenn…? Wir fragen jetzt alle Fans, die ihr euer Herzblut an diesen Verein verloren habt, wie geht es weiter?
Wechselseitige Beleidigungen der Fans untereinander, Provokationen, die sich irgendwann in körperliche Auseinandersetzungen steigern, während die gegnerischen Fans mit einen geeintem Support dafür sorgen, dass unsere Mannschaft aus ihrem eigenen Stadion geschossen wird?
Wir brauchen einen neuen gemeinsamen Umgang. Mehr Respekt für den anderen, egal wo dieser Fan im KWS seinen Sitz- oder Stehplatz hat. Mehr Toleranz auch für unterschiedliche Meinungen. Wir brauchen mehr Kommunikation untereinander, egal wo und ob überhaupt ein Fan organisiert ist. Wir brauchen eine neue Fanqualität!
Eine gespaltene Fanszene und stimmungslose Blöcke schaden dem gemeinsamen Ziel. Dieses kann nur heißen, gemeinsam diese Saison erfolgreich zu bestehen.
So unterschiedlich die Ansichten aller Beteiligten bei diesem Drama auch sind. Es muss zu einem Konsens zwischen allen Parteien kommen. Aus diesem Grund fordern wir den Vorstand des HFC e.V. sich mit den Jungs der „Saalefront“ zusammen zu setzen und über eine mögliche Lösung für die momentane Problematik zu finden. Eines ist in diesem Konflikt doch deutlich geworden: Die Zeit spielt gegen uns! Scheitern die Bemühungen einer Einigung, verlieren wir alle und erleben spätestens zum nächsten Heimspiel einen neuerlichen Akt in diesem Trauerspiel.
Gemeinsam Unaufhaltsam!? Keine leere Worthülse sondern Leitspruch!
Mit rot-weißen Grüßen, die Fanclubs
Chaotika
Chemie Kanne
Coesa per Sempre
East Boys
Exil Hallunken
Gartenfront Vorwärts
Halle Ost
Leuna Löwen
Marathontor
Oberröblingen
Obhausen
Olle Molle
Red White Crew
Rote Ochsen
Schwarzheide
Silberhöhe
Südpark Jungs
Weißenfels