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International

Heute vor 30 Jahren: Erstes kollektives Stadionverbot in England

Autor: rene.gaengler Veröffentlicht: 05. November 2014

Am 5. Novemeber 1984 wurde für das Spiel des FC Southampton gegen den FC Chelsea ein totales Stadionverbot für alle London-Anhänger verhängt. Drei Jahre zuvor erhielten bereits einige Hertha-Anhänger Stadionverbote.

Wie der Radiosender WDR 2 in seiner Sendung „Stichtag“ berichtet, kam es schon in den 50er-Jahren auf der Insel bei Fußballspielen und anderen Großevents zu Gewaltexzessen durch Hooligans. In den Folgejahren schlossen sich diese zu Hooliganbanden zusammen, die für die Polizei damals kaum zu kontrollieren waren. Eine dieser Banden, die „Headhunters“ des FC Chelsea, gelten Anfang der 80er-Jahre als besonders übel.

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Die Londoner Gruppierung zieht im Oktober 1984 randalierend durch das südenglische Southampton, was eine neue Art der Schutzmaßnahme im britischen Fußball zur Folge hatte. Die Clubführung des FC Southampton verhängt für das Heimspiel gegen den FC Chelsea am 5.November 1984 ein kollektives Stadionverbot für alle Londoner Anhänger.

Bereits drei Jahre zuvor wurde vom Zweitligist Hertha BSC Berlin ein Stadionverbot gegen die „Hertha-Frösche“ verhängt, weil die Berliner Hooligans bei der Auswärtsfahrt nach Aachen  Millionenschäden verursachten indem sie drei Eisenbahnwagen anzündeten.

Laut Sportsoziologe und Gewaltforscher Gunther Pilz, „erreichte die Gewalt der Hooligans in den Achtzigern eine neue Dimension. Sie trugen zwar noch Clubkutten, brauchten aber keine im Fußball begründete Rivalität mehr als Aggressionsmotiv“.

rg