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Hertha-Ultras beenden Gespräche mit Geschäftsführung

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 27. Januar 2017

Eigentlich läuft es derzeit ziemlich gut bei Hertha BSC, die Hinrunde hat der Hauptstadtklub auf Tabellenplatz 5 abgeschlossen. Und doch gibt es einige Entwicklungen, die der Fanszene so gar nicht in den Kram passen. Das geht sogar so weit, dass die Ultras nun den Dialog mit der Geschäftsführung des Vereins für beendet erklären. 

Die Liste der Vorwürfe, die die Ultras in einer ausführlichen Stellungnahme gegen die Führungsriege des eigenen Vereins erheben, ist lang. Ein wesentlicher Kritikpunkt ist jedoch der Imagewandel, den sich der Klub im letzten Sommer verordnet hat und zu dessen Begleiterscheinungen etwa pinke Ausweichtrikots und orangefarbene Trainingskleidung zählen.

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Aber auch die Debatte um einen möglichen Stadionneubau außerhalb der Stadtgrenzen von Berlin, die Verweigerung des Klubs, sich beim Spiel in Leipzig sichtbar vom dortigen Aufsteiger abzugrenzen, sowie fehlender Einbezug der Fans bei der Planung der Feierlichkeiten zum 125-jährigen Vereinsjubiläum, stoßen den Ultras sauer auf. Als Konsequenz dieser Entwicklungen verkünden die Gruppen Harlekins Berlin ’98, Dynamic Supporters 2005 und Hauptstadtmafia 2003  nun, dass sie bis auf weiteres sämtliche Gespräche mit der Geschäftsführung von Hertha BSC einstellen. „Wir sehen uns nicht mehr als gleichberechtigen Partner in den Gesprächen, sondern werden in die Rolle von Bittstellern und vermeintlich Ewiggestrigen gesteckt“, begründen die Ultras ihren Schritt.

Sollten die Anliegen der Fanszene auch weiterhin nicht ernst genommen werden, drohen die Ultras sogar mit einem Stimmungsboykott: „Wir sind kein Stimmungsdienstleister, weder in guten noch in schlechten Zeiten. Wenn wir nicht ernst genommen werden, dann darf man auch nicht erwarten, dass wir weiterhin gute Miene zum bösen Spiel machen.“

Den Imagewandel des Vereins wollen die Ultragruppen auf keine Fall mitmachen. „Und von daher schreien wir auch weiter „Ha Ho He“ und nicht „We try. We fail. We win“. Wir sind immer noch die Alte Dame Hertha B.S.C. und kein Start-Up!“ Die Ultras erwarten nun „eine Reaktion des Vereins, eine deutliche Kehrtwende in der Zusammenarbeit mit den Fans und nicht zuletzt ein deutliches Umdenken im Hinblick auf die Außendarstellung.“ Andernfalls werde die Zeit zeigen, „wieviel Ausdauer die Herrschaften an den Tag legen werden im Konflikt mit den eigenen Fans. Denn eines ist sicher: Wir stehen auch noch dann hier, wenn die Verantwortlichen ihren Job getan haben!“