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National

Heiße Nacht in Meppen – gesamte Altstadt gesperrt

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 22. April 2015
Quelle: Jeronimo Ort

Die Regionalliga-Begegnung zwischen dem SV Meppen und Hannover 96 II am vergangenen Sonntag verlief ausgesprochen ruhig. Es war offenbar die Ruhe nach dem Sturm. In der Nacht zuvor sollen sich rund 80 Fans beider Seiten schwere Auseinandersetzungen geliefert haben, die bis in die frühen Morgenstunden andauerten. Die örtliche Polizei spricht von einer „neuen Qualität der Gewalt im Fußballumfeld“.

Dabei hatten die Beamten die Gäste frühzeitig registriert. Bereits bei ihrer Ankunft in Meppen unterzog die Polizei einen Bus mit etwa 50 Hannoveraner Fans einer Personenkontrolle. Auch als die Gruppe später geschlossen in eine Gaststätte in der Meppener Altstadt begeben hatte, folgte die Polizei auf dem Fuße. Dennoch sei es gegen 2.30 Uhr etwa 25 bis 30 SVM-Anhängern gelungen, eine gleichgroße Gruppe 96-Fans zu attackieren und damit offenbar Gegner und Beamte gleichermaßen zu überrumpeln. Die beiden Gruppen sollen sich mit Schlägen und Tritten traktiert sowie mit Gläsern, Stühlen und Fahrrädern beworfen haben. Auf der Flucht vor Pfefferspray und Schlagstockeinsatz der Polizei sollen sich daraufhin Jagdszenen zwischen beiden Gruppen abgespielt haben. Dabei sollen sieben Hannoveraner einen SVM-Anhänger auch noch geschlagen und getreten haben, als der bereits am Boden lag. Nachdem die Einsatzkräfte die Situation auflösen konnten und zwischenzeitlich sogar die ganze Altstadt gesperrt hatten, habe sich die Lage einstweilen beruhigt. Die Hannoveraner kehrten zurück in die Gaststätte.

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Gegen 4.30 allerdings hätten sie von dort aus versucht, zu einem Lokal in der Nordstadt zu gelangen, in dem sich die Meppener Szene zwischenzeitlich versammelt hatte. Die Polizei unterband dieses Vorhaben jedoch erneut mit dem Einsatz von Schlagstock und Pfefferspray. Nachdem sich die Lage um 6 Uhr beruhigt hatte, sollen die Hannoveraner gegen 8.30 Uhr erneut versucht haben, in die Innenstadt vorzudringen, was die Beamten dann aber final vereitelten.

„Eine Bilanz der Ausschreitungen zu ziehen fällt schwer, denn obwohl es auf beiden Seiten offenbar eine erhebliche Zahl von Verletzten gab, flüchteten sowohl alle Täter als auch die Opfer vor unseren Einsatzkräften“, erklärt der Einsatzleiter der Meppener Polizei, Hauptkommissar Raimund Brinkmann. Beamte wurden nicht verletzt. Nach polizeilichen Schätzungen dürften auf Fanseite dagegen mindestens 20 Personen verletzt worden sein. An Sachschäden sind mehrere eingeschlagene Fensterscheiben, abgetretene Fahrzeugaußenspiegel und ein durch Fußtritt beschädigter Pkw- Kotflügel zu verzeichnen.