Anzeige

National

Hat der VfL Bochum ein rechtes Problem?

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 27. März 2014
Quelle: imago

Dortmund, Aachen, Duisburg, zuletzt sogar Fortuna Düsseldorf, deren Fanszene sich in den vergangenen Jahren eher einen alternativen Ruf erarbeitet hat: Die Rechten erleben ein mehr oder weniger öffentliches Revival in vielen Kurven der Republik. Inseln der Glückseligen heißen in diesem Fall tatsächlich Inseln, weil sie umgeben sind von nahezu allen Klubs, die mal offensichtlichere, mal versteckte Probleme mit rechtem Gedankengut unter ihren Fans haben. Auch dies ist eben nun mal Teil der Gesellschaft und spiegelt sich fast zwangsläufig auch in dem Bevölkerungsdurchschnitt der Stadionbesucher wider.

Anzeige

Der VfL Bochum war in der Debatte, die zunehmend auch ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rückt, lange außen vor. Nun sah sich der Zweitligist jedoch ebenfalls mit einem unschönen politischen Problem konfrontiert. Schon seit längerem machte der Fanclub „Brigade Bochum“ offenbar mit fragwürdigem Auftreten auf sich aufmerksam. Zuletzt sah sich der Verein nun gezwungen, auf ein Internet-Video der „Brigade Bochum“ zu reagieren. Im Abspann brüsteten sich die Macher mit dem Leitspruch der Waffen-SS: „Unsere Ehre heißt Treue“, Totenkopf inklusive, was inzwischen sogar die Staatsanwaltschaft wegen der Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole auf den Plan gerufen hat. Dass die Betroffenen laut Vereinsangaben zunächst Unwissenheit vortäuschten, verwundert nicht.

Im Fangremium des VfL wurde das Machwerk schon im Februar thematisiert. In einem Sitzungsprotokoll auf der Homepage des Vereins heißt es: „Das Video gehört mindestens um den Abspann bereinigt. Des Weiteren muss der Fanclub in Zukunft darauf achten, dass keine rechtsgerichtete politische Gesinnung nach außen gelebt wird.“ Der Clip existiert zwar weiterhin, nur inzwischen ohne die betreffende Sequenz.

Auf seiner eigenen Internetpräsenz stellt der Fanclub bereits auf der Startseite klar: „Die Brigade Bochum distanziert sich von jeglicher politische Aktivität und ist ein reiner VfL-Bochum-Fanclub.“ Ein klares Bekenntnis gegen Rechts vermisst man gleichwohl. Auch muten allein die Bilder und Outfits der Gruppe nicht an, als hätte man es hier mit einem linksalternativen Debattierklub zu tun. VfL-Pressesprecher Christian Schönhals erklärte gegenüber der WAZ, dass sich ein einzelnes Mitglied der „Brigade“ zu dem Video bekannt hätte. Sobald das Verfahren beendet sei, muss der Verantwortliche wohl auch mit Konsequenzen seitens des Vereins fürchten. Sollte der Rest der Gruppe erneut auffällig werden, muss der VfL Bochum beweisen, dass er weiterhin einen klaren Kurs im Kampf gegen Rechts behält.