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National

Hass gegen RB Leipzig

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 10. März 2015
Quelle: imago

Diesen Spieltag werden die Fans und Spieler von RB Leipzig so schnell wohl nicht vergessen. Dies liegt jedoch nicht an einem herausragendem Spiel, sondern an den Ereignissen rund um das 0:0 in Karlsruhe.

RB Leipzig gehört nicht zu den beliebtesten Mannschaften in Deutschland. Das ist nichts Neues. Neu hingegen ist jedoch der ausufernde, teils in Gewalt umschlagende Hass gegenüber der 2009 gegründeten Mannschaft, der an diesem Spieltag die Grenzen feindlicher Sprechchöre deutlich überschritt.

Bereits am Sonntag erhielten Verein, Fanorganisation und die „Bild“-Zeitung einen anonymen Drohbrief, die lange Fahrt nach Karlsruhe besser nicht anzutreten. Dieser Brief sorgte für Verunsicherung, hinderte Mannschaft und Fans  aber nicht daran, die Auswärtsreise anzutreten. Besonders für die RB-Profis entwickelte sich der Aufenthalt in Karlsruhe zu einer chaotischen Dienstreise.

Bereits vor Anpfiff im Karlsruher Wildparkstadion stürmten etwa 20 Unruhestifter das Team- Hotel der Leipziger. RB-Sportdirektor Ralf Rangnick berichtete gegenüber Sport1, dass die Personen erst nach dem Eintreffen der Polizei abgezogen seien.

Rangnick äußerte gegenüber Sport 1: „Momentan habe ich das Gefühl, dass es manchen nur darum geht, irgendein Feindbild zu haben. Das geht nicht nur uns so, wie die Vorfälle in Stuttgart und mit Marcel Reif zeigen.“

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Die Karlsruher Anhänger zeigten ihren Protest gegenüber den Gästen, indem sie sich einen Mundschutz Aufsetzten. Während des Spiels präsentierten die Fans ein Banner mit der Aufschrift: „Die Gegengerade schützt sich vor der Bullen Seuche“.

Für RB Leipzig war dies bereits der zweite Vorfall innerhalb einer Woche. Vor wenigen Tagen mussten die Leipziger ihr geplantes Sommer-Jugendcamp in Halle/Saale absagen, da es ernste Drohungen gegen das Sommertrainingslager gegeben hatte. So endete für RB Leipzig eine chaotische Woche, in der die Ereignisse auf dem Platz eher nebensächlich waren.

 

Update: Die Süddeutsche Zeitung teilte per Twitter mit, dass Ralf Rangnick nach den Anfeindungen gegen RB Leipzig fordert, „Chaoten“ drastischer zu sanktionieren.

Ralf Rangnicks Aussage, dass etwa 20 „völlig wahnsinnige“ KSC-Fans ins Teamhotel gestürmt seien und dort den Essensraum besetzt hätten, wurde von der Polizei dementiert.