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National

Harte Strafe für Hansa

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 23. Dezember 2016
Quelle: imago

Wegen des wiederholten Zündens von Pyrotechnik hat das Sportgericht des DFB den FC Hansa Rostock hart bestraft.

So muss der Verein das erste Rückrunden Heimspiel gegen den SSV Jahn Regensburg am 28. Januar (14 Uhr) unter komplettem Ausschluss der Öffentlichkeit austragen. Darüber hinaus wird die Zuschauerzahl auf der Südtribüne in den Liga-Heimspielen gegen den Halleschen FC am 19. Februar 2017, den VfR Aalen am 4. März 2017, Fortuna Köln am 15. März 2017, den SC Paderborn am 25. März 2017 und den MSV Duisburg am 5. April 2017 auf 2000 begrenzt. Auch eine Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro muss der Verein zahlen.

Das Sportgericht widerrief damit die Strafaussetzung aus dem Sportgerichts-Urteil gegen Hansa Rostock vom 17. November 2015 („Geisterspiel“ auf Bewährung) unter Berücksichtigung der Bundesgerichts-Entscheidung vom 12. Mai 2016 (Verlängerung der Bewährungszeit bis zum 28. Februar 2017).

Robert Marien, Vorstandsvorsitzender des F.C. Hansa Rostock äußerte sich zum Urteil wie folgt: „Nach den wiederholten Vorkommnissen innerhalb der Bewährungszeit war uns bewusst, dass uns eine sehr hohe Strafe erwartet. Auch wenn uns das Urteil natürlich sehr trifft, ist es nach den Vorkommnissen nur gerecht und wir können froh sein, dass sich der DFB in den vielen Gesprächen so kooperativ, fair und auch lösungsorientiert gezeigt hat. Es ist extrem ärgerlich und enttäuschend, dass der F.C. Hansa und der Großteil seiner Fans nun die Verantwortung dafür tragen müssen, dass Einzelne ohne Rücksicht auf Verluste auf dem Rücken des Vereins ihre ganz spezielle Art des ‚Fanseins‘ ausleben und damit eine Bestrafung aller in Kauf genommen haben. Nun tragen wir den unrühmlichen Stempel, der erste deutsche Profiverein mit zwei Geisterspielen zu sein.“

Der wirtschaftliche Schaden aus dem „Geisterspiel“ wird sich nach ersten Einschätzungen des Vereins auf eine Summe zwischen 250.000 – 300.000 Euro belaufen. Daher kündigt der Klub an, ermittelte Straftäter zur Verantwortung zu ziehen und Regressforderungen geltend zu machen. „Zudem werden wir weiterhin alle Möglichkeiten der Kommunikation und des Dialoges nutzen, um weiter dafür zu sensibilisieren, welcher Schaden dem Verein durch Fehlverhalten entsteht. Die Vorkommnisse werden wir natürlich auch in unserem Mitgliederbeirat thematisieren“, so Marien weiter.

Rostocker Zuschauer hatten während des DFB-Pokalspiels gegen Fortuna Düsseldorf am 20. August 2016 und während der Drittligaspiele gegen Preußen Münster am 5. August 2016, beim VfR Aalen am 9. September 2016, bei Fortuna Köln am 21. September 2016 beim SC Paderborn am 30. September 2016 , beim 1. FC Magdeburg am 5. November 2016 und bei RW Erfurt am 10. Dezember 2016 Pyrotechnik gezündet. Das führte im Aalen- und im Magdeburg-Spiel zu Spielverzögerungen beziehungsweise -unterbrechungen, ebenso im Drittligaspiel gegen Werder Bremen II am 19. November 2016, als plötzlich Glassplitter und eine Schnapsflasche im Bremer Strafraum lagen. Zudem kam es im Paderborn- und im Erfurt-Spiel zu Handgreiflichkeiten mit Ordnern.

Der F.C. Hansa hat dem Urteil bereits zugestimmt, es ist damit rechtskräftig. Der Verein trägt die Kosten des Verfahrens.