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National

Harte DFB-Strafe für Hansa

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 17. April 2014
Quelle: imago

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat den Drittligisten Hansa Rostock nach mündlicher Verhandlung für Fehlverhalten seiner Anhänger in gleich zwölf Fällen mit einer Geldstrafe in Höhe von 20.000 Euro sowie einem Teilausschluss der Zuschauer auf Bewährung bestraft. 

Sollte es innerhalb der nächsten acht Monate zu einem erneuten Zwischenfall kommen, muss Hansa Rostock ein Heimspiel in der 3. Liga ohne die Zuschauer in den Blöcken 21 bis 27a auf der Südtribüne austragen. Dabei wurden dem Verein folgende Bewährungsauflagen gemacht: Vor der Südtribüne der DKB-Arena müssen bis spätestens zum Beginn der nächsten Saison Fangnetze installiert werden, darüber hinaus soll der Ordnungsdienst sicherstellen, dass bei Heim- und Auswärtssielen keine Banner oder Plakate mit beleidigenden, diskriminierenden oder sonst unsportlichen Inhalten gezeigt werden. Außerdem muss Hansa bei Auswärtsspielen der Risikostufen 2 und 3 den Einsatz von eigenen qualifizierten Ordnungskräften in ausreichender Anzahl sicherstellen.

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Zur Begründung des Urteils sagte Richter Stephan Oberholz: „Für den Verein sprechen seine präventiven Bemühungen. Es ist hervorzuheben, was Hansa insbesondere im sozialpädagogischen Bereich leistet. Daher hat das Sportgericht die Möglichkeit der Aussetzung des Teilausschlusses zur Bewährung gesehen und zu Gunsten des Vereins wahrgenommen.“

Oberholz äußerte aber auch Kritik am Umgang des Vereins mit den „Störern“: „Wir erwarten vom Verein, dass er künftig deutlich mehr hinsichtlich der Identifizierung der konkreten Störer unternimmt. Was das Werfen von Gegenständen in Richtung des Spielfeldes betrifft, können wir nicht weiter abwarten, das Risiko ist viel zu groß. Deswegen ist die Installierung eines Fangnetzes vor der Südtribüne als Bewährungsauflage die einzig verbleibende Möglichkeit, die Gefahr für Spieler und Schiedsrichter einzudämmen.“

Mit dem Urteil wurde der Verein für Vergehen seiner Anhänger in gleich zwölf Fällen belangt, drei davon in Tateinheit mit einem unzureichenden Ordnungsdienst. In mehreren Spielen waren Gegenstände aufs Spielfeld geworfen, Pyrotechnik gezündet und „Banner mit verunglimpfendem Inhalt“ gezeigt worden. Beim Auswärtsspiel in Kiel im Dezember 2013 waren Rostocker Fans auf das Flachdach eines Kiosks geklettert und hatten diesen anschließend geplündert.

Der Verein kann innerhalb einer Woche Berufung zum DFB-Bundesgericht gegen das Urteil einlegen.