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Hannover: Freispruch in Pyro-Prozess

Autor: Moritz Gutscher Veröffentlicht: 17. April 2015
Quelle: imago

Ein Hannover 96-Anhänger, der November 2013 beim Spiel gegen Braunschweig einen „Rauchtopf“ gezündet hat, wurde freigesprochen.

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Der Beschuldigte hatte das Zünden eingestanden, doch das Gericht sah den Vorwurf der „schweren Gefährdung durch Freisetzen von Giften“ nicht ausreichend belegt. Auch der „versuchten gefährlichen Körperverletzung“ hat sich der Angeklagte nicht schuldig gemacht. Verteidiger Dr. Andreas Hüttl konnte somit einen Freispruch erwirken.

Wie die Fanhilfe Hannover berichtet, berief sich das Gericht in seiner Urteilsbegründung ausgiebig auf das Gutachten eines Sachverständigen der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung. Nach dessen Einschätzung ist davon auszugehen, dass der freigesetzte Rauch nicht zu schweren gesundheitlichen Schäden führen könne.

Zudem wurde auch die Ermittlungsarbeit von Polizei und Staatsanwaltschaft kritisiert. Diese hätten lediglich be- und nicht entlastende Umstände ermittelt. So habe man als Beleg für die Giftigkeit des Rauches auf nur ein (giftiges) Produkt eines Internethändlers verwiesen. Obwohl es auch ungiftige Alternativen gibt und die Verteidigung bereits während des Ermittlungsverfahrens weitere Nachforschungen angeregt hatte.