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Hannover-Fans wollen 50+1 bewahren

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 02. März 2016
Quelle: imago

Wie angekündigt, trafen sich Fans von Hannover 96 am 29. Februar, um darüber zu diskutieren, wie sie auch in Zukunft die Mitsprache der Mitglieder in ihrem Verein sichern können. 

2018 könnte Martin Kind die Mehrheit der Stimmanteile an der ausgegliederten Profi-Abteilung von Hannover 96 übernehmen. Denn dann hat er „seit mehr als 20 Jahren den Fußballsport des Muttervereins ununterbrochen und erheblich gefördert“ und darf somit laut DFL-Regularien die 50+1-Regel umgehen.

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Auf der Informationsveranstaltung der „IG ProVerein 1896“, warf Ralf Nestler, eines der Mitglieder der Initiative, die Frage auf, wie die erhebliche und kontinuierliche Förderung überhaupt zu definieren sei und ob diese Bedingungen über den relevanten Zeitraum von 20 Jahren in Hannover überhaupt bestanden haben. Zudem kritisierte Nestler die entsprechende Regelung der DFL dahingehend, dass das Papier bislang noch keine klare Regelung zum unbedingten Erfordernis eines aktuellen zustimmenden Beschlusses der Mitgliederversammlung zu dieser fundamentalen Änderung enthalte. Angesichts dieser Aspekte sei es auch für den Gesellschafterkreis am sichersten, die 50+1- Regel in Hannover zu bewahren und gemeinsam mit den Mitgliedern eine Struktur zu schaffen, die die Verbindung von Profifußball und Breitensport bei Hannover 96 nicht nur ideell, sondern auch faktisch im Rahmen von 50+1 gewährleiste.

In einem weiteren Vortrag sprach sich der ehemalige DFL- und aktuelle FC St. Pauli-Geschäftsführer Andreas Rettig  für Teilnahme, Teilhabe und Wettbewerbsintegrität als elementare Werte des Fußballs aus. Die Ausnahmeregelungen von der 50+1-Regel hätten den entsprechenden Clubs einen immensen Wettbewerbsvorteil verschafft, den es auszugleichen gelte, um die Integrität des Wettkampfs wiederherzustellen. Daher wolle er den Antrag seines Vereins, der weniger TV-Gelder für Vereine, die die 50+1-Regel umgehen, vorsieht, zu einem späteren Zeitpunkt erneut forcieren. Bei der letzten DFL-Versammlung sei der Antrag nur aufgrund der damaligen Ausschreibungen für die Vermarktung zurückgestellt worden. Zudem sprach sich Rettig dafür aus, in grundlegenden Fragen stets das Votum der Mitglieder einzuholen. Fußball sei eben mehr als ein Wirtschaftsunternehmen und schaffe Zusammenhalt in der Gesellschaft.

Einige Vereinsverantwortliche von Hannover 96 warben auf der Veranstaltung zudem für einen Vereinsbeitritt als Mitglied, um sich so an der Entwicklung des Vereins aktiv zu beteiligen. Rechtsanwalt Dr. Andreas Hüttl, der den Abend moderiert hatte, schloss die Veranstaltung mit dem kurzen Resümee, dass das Verhältnis zwischen Club, Fans und Mitgliedern nach unruhigen Zeiten in den Vorjahren zuletzt auf dem Weg der Besserung war. Alle Beteiligten waren sich einig, dass dieser Weg fortgeführt werden solle.