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Hannover-Fans wehren sich gegen Stadtverbote

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 07. März 2016
Quelle: imago

Mindestens 44 Fans von Hannover 96 erwartet wohl demnächst ein Aufenthaltsverbot für das Niedersachsenstadion und die Innenstadt von Hannover. Dies würde die Anhänger von allen Heimspielen ausschließen, dabei gilt für die Mehrheit von ihnen nicht einmal ein Stadionverbot. 

Wie die Fanhilfe Hannover auf ihrer Website berichtet, sollen die Aufenthaltsverbote nicht nur bei Heimspielen der Profis sondern auch bei Freundschaftsspielen und Begegnungen der Amateure bis zum Ende der Saison 2016/2017 gelten. Grundlage für die Betretungsverbote sollen laut der Fanhilfe vor allem wiederholte Personalienaufnahmen sein, konkrete Straftaten seien hingegen bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen nicht bekannt. „Allein nicht auf ihre Rechtmäßigkeit geprüfte polizeiliche Maßnahmen, die man auf Auswärtsspielen wohl als absolute Standardprozedur bewerten kann, sollen hier Grundrechtseingriffe in extremer Intensität rechtfertigen“, klagt die Organisation.

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Ein Zustandekommen der Betretungsverbote würde darüber hinaus dazu führen, dass Fans, die nicht mit einem Stadionverbot belegt sind, trotz gültiger Dauerkarte von 96-Spielen ausgeschlossen werden. „Es wird einen Grund dafür geben, wieso Hannover 96 KEIN Stadionverbot für die wahrscheinlich von Aufenthaltsverboten betroffenen Personen vergeben hat. Es gibt keine Grundlage“, heißt es von der Fanhilfe Hannover.

„Es geht allein um die Auflösung der Strukturen der aktiven Fanszene mit den härtesten repressiven Mitteln.“

Die Organisation befürchtet, dass die Polizei mit den Aufenthaltsverboten etwas ganz anderes im Sinn hat als die Verhinderung von Straftaten: „Das Übertreten des Verbots
kann als Straftat geahndet werden, die Ahndung der Straftat (die es ohne das Aufenthaltsverbot überhaupt nicht gegeben hätte) wird herangezogen, um weitere Repressionen zu rechtfertigen. Ein Teufelskreis. Den Beamten kann es nicht um Problemlösung gehen. Es geht allein um die Auflösung der Strukturen der aktiven Fanszene mit den härtesten repressiven Mitteln. Eine solche Behandlung, die Stigmatisierung der aktiven Fanszene dürfen wir uns nicht gefallen lassen.“ Daher will die Fanhilfe nun gemeinsam mit den betroffenen Fans rechtliche Schritte gegen die Verbote einleiten und rät zudem allen Anhängern dazu: „lasst nach jeder Personalienfeststellung eure Daten mit den entsprechenden Formularen auf unserem Blog löschen.“