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Hannover-Fans lehnen Dialogangebot des Klubs ab

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 06. Oktober 2017

Nachdem 90 Fanclubs von Hannover 96 dem Verein einen offenen Brief mit Fragen zu den Themen 50+1 und Investorenbeteiligungen geschrieben haben, reagierte der Vorstand des Klubs am Donnerstag mit einem Gesprächsangebot an die Fanszene. Die hat sich nun jedoch dazu entschlossen, dieses Angebot nicht wahrzunehmen.

„Unser Interesse ist es, den bestehenden Konflikt miteinander zu lösen“, hieß es in der Mitteilung des Vorstands am Donnerstag. „Ein Frage- und Antwortspiel per Mail, das alles unter den Scheinwerfern der Öffentlichkeit, erscheint weder sinnvoll noch hilfreich, denn auch wir haben Fragen, die wir mit Ihnen diskutieren möchten.“

An einem „geheimen Hinterzimmergespräch“ haben hingegen die betreffenden Fanclubs wenig Interesse, da die Fragen „tausende Fans und Mitglieder des Hannoverschen Sportvereins“ beschäftigten. Zudem sieht die Fanszene die aktuelle Situation zum Teil als ein Resultat der bisherigen Dialogrunden und steht dem Angebot des Vorstands daher ablehnend gegenüber.

Nachfolgend die Antwort der Hannoveraner Fanclubs im Wortlaut:  

Sehr geehrte Herren,

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vielen Dank für Ihre Reaktion auf die Ihnen von uns am 25.09. übersandten Fragen.

Wir sind erfreut, dass sich sich ernsthaft mit den Fragen auseinandergesetzt haben und den bestehenden Konflikt lösen möchten.

Auf diesem Wege lehnen wir ein „geheimes Hinterzimmergespräch“ als Antwort auf die von der Fanszene und über 90 zeichnenden Fanclubs gestellten Fragen ab. Diese Fragen beschäftigen tausende Fans und Mitglieder des Hannoverschen Sportvereins. Nicht zuletzt deswegen hat Hannover 96 in den letzten Monaten aus den eigenen Fehlern gelernt und öffentlich, sowie im Rahmen des Mitgliedermailings dafür geworben mehr Transparenz schaffen zu wollen, um Bedenken der Anhängerschaft in Bezug auf die Strukturveränderungen auszuräumen. Ein Dialog unter der Prämisse der Vertraulichkeit kommt daher unter keinen Umständen in Frage.

Wir möchten außerdem darauf hinweisen, dass wir uns bereits seit Jahren im Dialog befinden. Wohin dieser uns geführt hat, ist doch aber offensichtlich. Ihr vermeintlicher Wunsch nach einem „Dialog“ ist daher per se absurd. Wir bitten daher um Nachsicht, dass wir diesem Wunsch in der derzeitigen Situation nicht nachkommen werden. In den vergangenen Jahren haben zahlreiche Dialogrunden mehr als deutlich veranschaulicht, dass Dialogstrukturen lediglich eine Alibifunktion erfüllen. Ernsthafte Belastungstests fielen leider viel zu oft zum Nachteil der aktiven Fanszene aus. Ebenso ist auch das derzeitige Spannungsfeld zwischen Teilen der Fanszene und der Vereinführung ein Resultat genau dieser Praxis. Insbesondere im Rahmen des Gesprächs über die 119 abgelehnten Mitgliedsanträge zwischen den Herren Kind, Dierich, Krause und Rehberg seitens Hannover 96 und dem Fanbeirat haben Sie sehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt, welchen Stellenwert Sie Fanvertretern und der Fanszene als solches beimessen.

Wir verweisen daher auf unsere Nachricht vom 25.09.2017 und bitten um eine ernsthafte, ehrliche und ausführliche Beantwortung unserer Fragen im Rahmen der genannten Frist.

Mit schwarz-weiß-grünen Grüßen,

die zeichnenden Fanclubs und der Fanbeirat.