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National

Hannover 96 Fans zum Protest gegen Bundeswehr-Werbung im Stadion aufgefordert

Autor: Sören Stephan Veröffentlicht: 21. August 2014
Quelle: imago

Die Bundeswehr wirbt vermehrt bei Erst- und Zweitligavereinen um Nachwuchs. Hannover 96 streicht dabei die meisten Werbegelder ein. Nun fordert die Linken-Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke die Fans zum Protest gegen überzogene Stadionwerbung der Bundeswehr auf.

Auf Anfrage der Linksfraktion beim Verteidigungsministerium teilte dieses am Mittwoch mit, dass die Bundeswehr circa 453.000 Euro für Werbung im Sportbereich ausgebe. Verglichen mit dem Jahr 2012 sei dies eine Steigerung der Werbeinvestitionen von knapp 80 Prozent.

Der größte Teil des investierten Betrages sei an Fußballvereine geflossen. Am meisten habe davon der Erstligist Hannover 96 profitiert, der für Bandenwerbung, Anzeigen in Printmedien und Videospots an Spieltagen pro Saison 65.500 Euro kassiert.

Nun fordert Ulla Jelpke die Fans von Hannover 96 auf, gegen die Werbemaßnahmnen der Bundeswehr im Stadion zu protestieren: „Ich fände es gut, wenn die Fans ihrer Vereinsführung klar machen würden, dass man nicht von jedem Geld nehmen muss. Auch Hannoveraner Jugendliche sollen ihre Kräfte lieber beim Sport messen, als im Auftrag der Bundeswehr zu verbluten“, sagte Jelpke gegenüber der Neuen Presse Hannover. „Die Bundeswehr drängt massiv in die Sportwelt, um Nachwuchs unter den Fans zu ködern. Jeder Verein sollte sich gut überlegen, ob er seinen Fans wirklich Werbung für die Bundeswehr zumuten will“, ergänzte sie.

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Der Kommunikationschef von Hannover 96, Alex Jacob, teilte in diesem Zusammenhang mit, dass der 96-Präsident Martin Kind eine besondere Beziehung zur Bundeswehr habe und die Bundeswehr generell „seit Jahren ein verlässlicher und guter Partner des Vereins“ sei. 

Stellt sich nur die Frage, wer in Hannover gegen die Werbung der Bundeswehr protestieren soll. Wie fanzeit berichtete, besuchen die Ultras Hannover nicht mehr die Spiele der ersten Mannschaft. Die Brigade Nord ist zwar weiterhin bei den Spielen der Profis anwesend, verzichtet allerdings auf Unterstützung. Da ist es schon sehr fraglich, ob ein organisierter Protest zu Stande kommt.

 

st