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International

Groteske Plakat-Aktion beim Derby in Lüttich

Autor: Kim Heeß Veröffentlicht: 26. Januar 2015
Quelle: imago

Fans von Standard Lüttich haben zum Spiel gegen den RSC Anderlecht eine Blockfahne gezeigt, die für jede Menge Zündstoff sorgt. Opfer war ihr ehemaliger Kapitän Steven Defour.

Der belgische Nationalspieler war für zwei Jahre Kapitän von Standard Lüttich, bevor er 2011 zum FC Porto wechselte. Seit letztem Jahr spielt er wieder in Belgien, ausgerechnet beim Erzrivalen RSC Anderlecht. Diesen Transfer konnten die Anhänger von Lüttich nicht verstehen, Beschimpfungen als Verräter sind da wahrscheinlich noch die harmloseren Äußerungen. In Deutschland kann man die Reaktionen mit dem Wechsel von Mario Götze von Borussia Dortmund zum FC Bayern München vergleichen, der für ähnlichen Ärger unter den Fans sorgte. Doch die Belgier setzten nun neue Maßstäbe.

Für Aufregung sorgt die Blockfahne, die vor Anpfiff auf der Tribüne ausgerollt wurde. Trotz strenger Kontrollen konnte die Fahne in das Stadion geschmuggelt werden. Die Fans hätten am Eingang ein falsches Bild den Ordnern gezeigt, sodass die eigentliche Abbildung ungesehen auf die Tribüne gebracht werden konnte. Auf dem Banner war groß „RED OR DEAD“ geschrieben, daneben konnte man den abgetrennten Kopf von Defour erkennen. Verantwortlich für das Banner seien die Ultras Inferno 96 von Standard Lüttich.

Zum Einen warfen einige Fans ihre alten Defour-Trikots auf das Spielfeld, als der Name vor Beginn des Spiels in der Mannschaftsaufstellung erklang, gab es ein gellendes Pfeifkonzert, berichtet der BBC. Der Stadionsprecher trug dazu bei, indem er den Namen extra als letzten der Liste nannte. Zu Beginn des Spiels warfen die heimischen Fans diverse Gegenstände in Richtung des Anderlechter Torwarts und als der verhasste Steven Defour in der zweiten Halbzeit auch noch vorzeitig vom Platz flog, war die Szenerie perfekt. Die Standard-Fans feierten den Platzverweis, die Anhänger von Anderlecht warfen Sitze in Richtung Spielfeld.

Für das Banner muss Lüttich nun mit schwerwiegenden Strafen des Belgischen Fußballverbandes rechnen, viele Fans und Politiker im ganzen Land hatten sich negativ zur Enthüllung des Banners geäußert und waren der Meinung, das die Aktion weit über den normalen Geschmack hinausging.

kh