Anzeige

National

Großaspacher Fans begeistern mit Spruchband-Duplikat

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 01. Dezember 2014

Sportlich gab es für die SG Sonnenhof Großaspach am Freitagabend bei Arminia Bielefeld nicht viel zu holen. Der Aufsteiger verhalf den Ostwestfalen sogar unfreiwillig zur Herbstmeisterschaft und musste ohne Punkte wieder die Heimreise antreten. Zumindest in Eigen-PR konnten die mitgereisten Fans der Schwaben aber einiges anstoßen.

Mit einem Spruchband heimste der zahlenmäßig übersichtliche Großaspacher Anhang unverhofften Ruhm ein. Darauf hatten die mitgereisten Auswärtsfans selbstironisch getextet: „Die anderen 10.000 müssn schaffen“. Doch nun sehen sich die Urheber Plagiatsvorwürfen ausgesetzt.

 

Anzeige

Nach der allgemeinen Begeisterung über die kreative Einlassung der Sonnenhof-Anhänger stellt sich allenthalben ein wenig Ernüchterung ein. Denn Widerspruch ist zwecklos: Die Szene WAT machte erst im September bei einem Heimspiel des Regionalligisten Wattenscheid 09 mit einem allzu ähnlichen Banner von sich reden. Darauf war zu lesen: „Die anderen 10.000 haben Spätschicht“.

Der Großaspacher Fanclub „Projekt Waldameise erklärt dazu nun:

„Unsere Spruchbänder, die beim Spiel gegen Arminia Bielefeld gezeigt wurden, sind aktuell von dem einen oder anderem zur Kenntnis genommen worden. Nicht zu Unrecht äußern sich ein paar Stimmen, die uns vorwerfen ein Spruchband von der Szene WAT kopiert zu haben. Unser Spruch ‚Die anderen 10 000 müssen schaffen!‘ ähnelt dem ‚Die anderen 10000 haben Spätschicht!‘ der Wattenscheider ohne Zweifel gewaltig, jedoch weisen wir den Vorwurf des Abschreibens entschieden zurück. Erst nachdem uns einige Kritiker auf das bereits gezeigte Spruchband hinwiesen, wurde uns bewusst, dass wir bei unserem (vermeintlicher) Spruch, den wir in einer spontanen Aktion erdachten und gleich auf Tapete brachten, schlicht ein paar Monate zu langsam waren. Wir sitzen unter der Woche über nicht an unseren PCs und stalken sämtliche aktive Fangruppen Deutschlands, um herauszufinden um das neue Schalmotiv oder eben der Spruch auf dem Spruchband, schon an einem kalten veregnetem Herbsttag 2003 von der zweiten Gruppe eines ehemals großen Vereines präsentiert wurde. Es ist dennoch nicht unser Anspruch, von anderen Gruppen zu kopieren, sei es bei Shirtmotiven, Schwenkfahnen, Gesängen und/oder der Mentalität. Vielmehr sehen wir es als wichtig an, dass jede Gruppe/Szene/Kurve möglichst ihren eigenen Stil lebt, so groß oder klein sie auch sein mag, damit wir auch in zehn Jahren eine möglichst bunte und facettenreiche Fankultur in ganz Deutschland finden. So werden wir in Zukunft uns bemühen, unsere schwäbische Denkweise weiterhin möglichst originell in die Gästeblöcke der Republik zu tragen.“

Aber auch zählt wohl zu den ungeahnten Tücken einer kleinen Fanszene. 20.000 Augen sehen eben mehr als 10.