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National

Gladbach-Ultras: Schals als Reaktion auf Tifo-Verbot in Sevilla

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 16. Februar 2015
Quelle: imago

Ein Europa-League-Spiel beim Titelverteidiger Sevilla FC ist für jeden Fan von Borussia Mönchengladbach ein Feiertag – auch wenn es „nur“ das Sechzehntelfinale ist. Bevor die Party am kommenden Donnerstag (21.05 Uhr) aber überhaupt losgeht, haben Verein und Sicherheitskräfte den Feierlichkeiten aber schon einen Riegel vorgeschoben.

Da die örtlichen Behörden die Partie als Hochrisikospiel eingestuft haben, ist den Gästefans das Verwenden jeglicher Fanutensilien untersagt. Die Borussen dürfen sprichwörtlich nur mit dem anreisen, was sie am Leib tragen. Das allerdings wollen sie voll ausnutzen. „Leider wurde von spanischer Seite aus jegliches Tifo-Material verboten. Um im Block kein komplett trostloses Bild abgeben zu müssen und unsere Farben wie gewohnt voller Stolz präsentieren zu können, möchten wir euch dazu aufrufen unbedingt wenigstens einen Schal mit zum Spiel zu bringen“, erklärt die Ultra-Gruppe „Sottocultura“.

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Währenddessen wenden sich Fanprojekt und Fanhilfe der Gladbacher mit eindringlichen Worten an alle Reisenden. Fans des BVB, von Hannover 96 oder dem SC Freiburg haben bei ihren Auswärtsfahrten in der Vergangenheit bisweilen äußerst schlechte Erfahrungen mit den Sicherheitskräfte in Sevilla gesammelt. So habe die „Guardia Civil“ willkürlich Fans aus dem Block gezogen. Andere seien verprügelt oder für mehrere Tage inhaftiert worden, warnt etwa die Fanhilfe in ihrem Merkblatt zum Sevilla-Spiel.

Das Fanprojekt appelliert neben verantwortungsbewusstem Umgang mit Alkohol auch dazu, außerhalb des Stadions möglichst auf laute Fangesänge zu verzichten. Das Vertrauen in die Sicherheitskräfte vor Ort ist offenbar – nun ja. Es heißt jedenfalls in den Hinweisen zum Spiel: „Macht statt Diskussionen mit Sicherheitskräften lieber eine Faust in der Tasche und versucht sowohl vor als auch nach dem Spiel sämtlichen Problemen aus dem Weg zu gehen. Vermeidet jegliche (!) Diskussion (am besten sprecht ihr sie grundsätzlich überhaupt nicht an) und jegliche Gestik in Richtung der Polizei.“

Fans, die keine Karte für das Spiel ergattern konnten, rät der Verein natürlich dringend davon ab, die Reise überhaupt anzutreten. Vor Ort dürfen keine Tickets mehr an Borussia-Fans verkauft werden. Auch wenn Vize-Präsident Rainer Bonhof bei einer ähnlichen Konstellation in Villarreal noch selbst dafür gesorgt hatte, dass 600 zusätzliche Fans Zutritt zum Stadion bekommen haben, sollte damit wohl kein Präzedenzfall geschaffen werden.