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Giasinga Buam bitten Gäste-Fans: verzichtet auf Megafone!

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 11. August 2015
Quelle: imago

Der Allianz-Arena eilt ein äußerst mäßiger Ruf voraus, wenn es um die Bedingungen für Heim- und Gästefans geht. Da erscheint es wie ein Fortschritt, dass Anhänger der Gästemannschaften in der kommenden Saison erstmals die Möglichkeit bekommen sollen, ein Megafon zu benutzen. Doch der Teufel steckt im Detail.

Bedingung für den Einsatz ist schließlich, an einer vorherigen Sicherheitsbesprechung mit der Polizei teilzunehmen. Deshalb bitten die „Giasinga Buam“ alle Fans, auch weiterhin auf Megafone zu verzichten.

Unabhängig von Inhalt und Verlauf der Gespräche sei es nicht akzeptabel, dass ein gängiger Kurvenstandard zum Verhandlungsobjekt gemacht werde. Einem „Kuhhandel“, wie ihn die Anhänger des FC Bayern München eingegangen seien, wolle man sich unbedingt verweigern.

Nachfolgend der Aufruf der Giasinga Buam im Wortlaut:

Liebe Gästefans der Allianz Arena,

hiermit möchten wir, die Giasinga Buam 1860, über relevante lokale Änderungen zur kommenden Saison 2015/2016 in puncto Fanutensilien, insbesondere der Benutzung eines Megafons, aufmerksam machen.

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Ab sofort ist es den Gästefans in der Allianz Arena erstmals möglich ein Megafon mitzuführen und im Stadion zu benutzen. Dies allerdings nur unter der Prämisse einer vorherigen Anmeldung des alleinigen Trägers und dessen Teilnahme am sogenannten Kurvengespräch. Also ohne Gespräch mit der Münchener Polizei (Einsatzleiter/USK-Zugführer) kein Megafon.

Das Kurvengespräch wird vor jedem Spiel in der Allianz Arena als Sicherheitsbesprechung ausgetragen. Es ist vor allem ein Anliegen der Münchner Polizei eine Mitsprache beim Thema Megafon zu haben. Die Münchner Polizei verbirgt hinter diesem oft als scheinbar fanfreundlich angepriesenem Kommunikationsmittel ihr Mitspracherecht beim Thema Megafon und entlarvt sich somit als letztes Glied in der Münchner Entscheidungskette diesbezüglich. Komischerweise wird nur in München ein Megafon als großes Sicherheitsrisiko gesehen beziehungsweise seit Jahren als Macht- und Druckinstrument missbraucht. Die Polizei versteckt sich dabei hinter der geltenden Stadionordnung, die das Mitführen eines Megafons explizit verbietet.

Wir verzichten auch in dieser Saison weiterhin auf den Kuhhandel, der von den Ultras des FC Bayern eingegangen wurde, und legen dieses Prinzip auch jeder Gästekurve ans Herz. Der Zustand ist zwar eine Verbesserung, dennoch für uns und die komplette Fanszene des TSV 1860 München so nicht hinnehmbar. Ein derartiger bundesweit akzeptierter und selbstverständlicher Fanstandard sollte nicht an die Gunst und ein Gespräch mit der Polizei geknüpft sein.

Es benötigt schlichtweg keiner direkten Einwirkung der Polizei auf Fans aufgrund eines Kurvenstandards. Vorsänger stehen nicht ohne Grund an dieser Position, sie sind bei den Vereinen und der Kurve hinlänglich bekannt und akzeptiert. Jedem an dieser Position ist klar, dass das Anstimmen rassistischer Gesänge oder explizite Gewaltaufrufe gegen Polizei und Ordnungsdienst strafbar ist. Den verantwortlichen Vereinen sollte in München endlich das notwendige Vertrauen entgegen gebracht, dass Sie ihre Vorsänger gut genug kennen und einschätzen können.

Deshalb appellieren wir mit Nachdruck an alle Fanszenen: Nehmt, trotz der unterirdischen Münchner Fanbedingungen und der damit einhergehenden erschwerten Koordination des Supports, nicht am o.g. Kurvengespräch teil! Macht einen solchen Kurvenstandard nicht zum generellen Verhandlungsobjekt!

Kurvenstandards müssen bedingungslos sein. Auch in München.

Giasinga Buam 1860