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National

„Gewaltiger als Hooligans – allerdings nur wortgewaltiger“

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 28. Januar 2015
Quelle: Gert Krautbauer für Tele 5.

Am Freitag wird wieder gekickt in Deutschlands höchster Spielklasse. Schon einen Tag vor Beginn der Bundesliga-Rückrunde (Donnerstag, 29. Januar, 21.15 Uhr) will der Münchner TV-Sender Tele 5 jedoch so etwas wie eine neue Ära der Fußball-Talks einläuten. „Ultra! Aus Liebe zum Fußball“ soll Fans in den Mittelpunkt stellen. Schonungslos ehrlich, kritisch und geradeaus – Tele 5 trommelt laut und selbstbewusst. Ob das Format liefert – man wird sehen.

Rudi Brückner ist erfahrenen Fußball-Guckern ein Begriff. Der Sender führt den 59-Jährigen nun als bekennend streitbaren, unkonventionellen Geist und Denker ein. Gestählt durch zahllose Runden „Doppelpass“ soll er nun eine neue Sprache in die Fußball-Fernsehlandschaft einführen. „Ich glaube, dass es Zeit wird, wieder mal Themen und Gespräche zu setzen, die nicht an irgendwelche Absprachen geknüpft sind. Wir wollen Basisdenken und Fankultur vermitteln, einbinden, echte Meinung setzen“, sagt Brückner.

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Als Sidekick soll ihm dabei der Comedy-Autor und Regisseur André Schubert assistieren, der erklärt: „Ich bin der Mann draußen an der Basis und halte Kontakt zu denen, die vielleicht nicht ganz so ticken wie es irgendwelche Marketingexperten im Fußball gern hätten. Mich kann der Fan live erreichen und wenn es gut und wichtig ist für die Sendung, dann darf, muss ich reingrätschen.“ Dabei sind sich die Macher von „Ultra! Aus Liebe zum Fußball“ offenbar bereits für die Befindlichkeiten der Fanszene sensibilisiert. Der 38-Jährige meint: „Es gibt ein grundlegendes Missverständnis, welches auf der Tatsache beruht, dass der Bundesliga-Apparat sich mehr und mehr vom Fan entfernt. Wer glaubt, dass heute Interessenslagen von ’normalen‘ Fans eine übergeordnete Rolle spielen, der glaubt auch, dass die jetzige Ehefrau von Lothar Matthäus seine letzte ist.“

Dass der Sendungstitel durchaus mit der Erwartungshaltung vieler Zuschauer bricht, ist Programm. Schubert erklärt: „Das liegt eher daran, dass Einige Ultras und Hooligans nicht auseinanderhalten wollen. Hooligans finden wir übrigens Scheiße! Wir sind gewaltiger – allerdings nur wortgewaltiger. Also eher im verbalen Infight.“

Den werden die Protagonisten der Sendung aber wohl vor allem an der Basis ausfechten müssen. Studiogäste der ersten Show zum Thema: „Zirkus Fußball – welche Rolle spielt der Trainer noch?“ sind Felix Magath und Dirk Schuster – beide in etwa so streitbar und unkonventionell wie ein Billy-Regal. Gespannt sein darf man dennoch.