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National

Getöteter Werder-Bremen-Fan Adrian Maleika mit Graffito verhöhnt

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 08. Juli 2014
Quelle: imago

Den Urhebern eine grobe Geschmacklosigkeit zu unterstellen, wäre eine glatte Verharmlosung. Auf Twitter kursiert eine Aufnahme eines geradezu ekelerregenden Graffitos. Auf dem Schriftzug, der auf einem Radweg im unmittelbaren Umfeld des Bremer Weserstadions gefunden worden sein soll, verhöhnen der oder die Verfasser den 1982 in Hamburg getöteten Werder-Anhänger Adrian Maleka mit den Worten: „Adrian Maleika war doch nur ein blöder Schlesier.“ Der oder die Urheber geben sich als HSV-Fans aus.

 

 

Maleika, Sohn einer Aussiedlerfamilie aus Schlesien, war beim Pokalspiel im Hamburg gemeinsam mit anderen Werder-Fans von einer Gruppe HSV-Anhängern unter anderem mit Gaspistolen, Leuchtraketen und Steinen angegriffen worden. Nachdem ihn ein Stein am Kopf getroffen hatten, traten die Angreifer noch auf den bewusstlos am Boden liegenden Jungen ein. Wenig später erlag er seinen Verletzungen im Krankenhaus. Maleika wurde nur 16 Jahre alt. Die Angreifer wurden dem HSV-Fanclub „Löwen“ zugerechnet, der von der rechten Skinhead-Szene unterwandert war. Von acht Angeklagten wurden fünf freigesprochen, nur einer zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Zwar haben sich Fans beider Vereine nach dem Fall, der das ganze Land erschütterte, geeinigt, auf gegenseitige Racheaktionen zu verzichten, dennoch ist es nicht das erste Mal, dass einige besonders schwere Fälle mit derlei Fehltritten disqualifizieren.