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National

Trotz Gerichtsurteil Hannover hält an „Buszwang“ fest

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 04. April 2014
Quelle: imago

Hannover 96 hat am Freitag eine derbe Schlappe vor Gericht kassiert. Das Amtsgericht Hannover hat insgesamt zehn Klägern Recht gegeben, die gegen die Ausgabe von Auswärtstickets beim Spiel in Braunschweig nur in Verbindung mit einer Busreise geklagt hatten. Der Bundesligist will dennoch an dem Prozedere festhalten.

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In einer Stellungnahme betonten die Niedersachsen, dass sie der einstweiligen Verfügung des Gerichts nachgekommen seien. Jedoch: „Das Sicherheitskonzept war nicht Gegenstand des Verfahrens und wird durch diese Entscheidungen nicht tangiert.“ Die Fanhilfe Hannover hatte den Bundesligisten zuvor aufgefordert, auch alle anderen Karten den Fans vorab zuzustellen. Das Urteil sei auf alle Ticketinhaber anwendbar. Der Verein meint jedoch: „Hannover 96 wird darüber hinaus keine weiteren Tickets ausgeben, da es sich nicht um ein Gerichtsurteil handelt, sondern lediglich um eine einstweilige Verfügung bezüglich der Bedingungen der Auswärtsdauerkarte. Für alle Tageskartenkäufer, die an der Verlosung teilgenommen haben, hat die rechtliche Bewertung des Amtsgerichts Hannover keine Relevanz.“

Hannover 96 will die Karten für das hochbrisante Derby nur nach einer verpflichtenden Busreise aushändigen. Schon gestern wurde allerdings bekannt, dass 100 Sponsoren von dieser Regelung ausgenommen waren. Einige Fans hatten bereits dazu aufgerufen, das Spiel zu boykottieren und stattdessen gegen die Vergabepraxis zu demonstrieren. Klubchef Martin Kind will als Konsequenz aus der Debatte künftig keine Auswärtsdauerkarte mehr anbieten.

Die Niedersachsen wollen keine weiteren Tickets freigeben.