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National

Gegenwind für Bremer Regierung bei Polizeikostenbeteiligung

Autor: Johannes Holzapfel Veröffentlicht: 09. Juli 2014
Quelle: Jeronimo Ort

Die Landesregierung in Bremen hat sich vorgenommen die Polizeikosten, die für Bundesligaspiele – und andere Großveranstaltungen – anfallen, auch auf die Veranstalter zu verteilen. „VERANSTALTER IN DIE PFLICHT NEHMEN“ heißt es auf der SPD-Website und sie begründen es mit den ungeheuren Kosten: für die 45.328 Polizeieinsatzstunden in der Saison 2013/2014 wurde insgesamt eine Summe von 2,8 Millionen Euro ausgegeben.

Weil der Fußball für die 36 Vereine und Kapitalgesellschaften so ein gutes Geschäft ist (Erlöse von rund 2,5 Milliarden Euro in der Saison 2011/2012), fordert der Bremer Senat, dass nicht alleine die Steuerzahler diese Kosten tragen, sondern dass sich die Vereine und die DFL an den Kosten beteiligen müssen. Der Sprecher der SPD-Fraktion Sükrü Senkal zieht einen weiteren Vergleich: „Während wir in Bremen beispielsweise gerade noch händeringend 40.000 Euro für den Erhalt des Notrufs für vergewaltigte Frauen und Mädchen sicherstellen konnten, macht die DFL Millionengewinne. Ich halte es daher für mehr als recht und billig, grundsätzlich zu klären, ob und wie die Fußball-Liga  zur Not auch gegen deren Widerstand  an den Polizeikosten beteiligt werden kann.“ Wichtig sei, dass das Geld, welches eingenommen werden würde, nicht irgendwo „versickert“, es solle ganz klar für die „Mehrarbeit der Polizistinnen und Polizisten“ zur Verfügung stehen.

Doch die SPD erntet dabei Gegenwind. In einem Interview mit den Stuttgarter Nachrichten spricht sich der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft Oliver Malchow gegen diese Kostenbeteilung aus. So stellt er fest, dass es nicht der Verein ist, „der bei Fußballspielen randaliert oder bengalische Feuer abfackelt. Dafür verantwortlich sind notorische Gewalttäter, die den Dialog mit den Vereinen, Sozialarbeitern und der Polizei ablehnen.“ Er ist weiter der Meinung, dass kleinere Vereine, die finanziell nicht auf Rosen gebettet sind, dann keine „wirkungsvolle Fanarbeit“ mehr leisten könnten.

 

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Auch Innenminister de Maizière gegen Kostenbeteiligung

 

„Die häufigen Probleme im Zusammenhang mit Fußballspielen können im Kern nicht dem Veranstalter, sondern müssen in erster Linie den Gewalttätern zugerechnet werden. Infolgedessen ist eine Kostenpflicht für Veranstalter nicht zielführend und lenkt vom eigentlichen Problem ab“, sagte de Maizière. Weiter sagt er, dass der Alleingang Bremens nicht kooperativ gegenüber den anderen Ländern und dem Bund ist. Denn bisher sind alle Maßnahmen im Zusammenhang mit Fußballspielen, beispielsweise verstärkte Fanarbeit durch die Vereine, gemeinsam getroffen und getragen worden. Da sich das Vorhaben der Bremer Landesregierung auf „gewinnorientierte Veranstaltungen mit mehr als 3.000 Zuschauern“ bezieht, hat sich neben dem DFB und der DFL auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) mit einem Brief an de Mazière sowie die anderen Innenminister der Länder gewandt.

 

 

jh