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National

Gefrustete HSV-Fans gründen eigenen Verein

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 10. Juni 2014
Quelle: imago

86,9 Prozent der Mitglieder des Hamburger Sportvereins sprachen sich auf der Versammlung am 25. Mai für eine Ausgliederung der Profi-Abteilung aus – in der Hoffnung auf frisches Geld und sportlichen Erfolg. Einige Anhänger wollen sich mit der Entscheidung aber so gar nicht abfinden und wollen nun ihren eigenen Klub gründen: Den HFC Falke e.V. 

Der Name setzt sich zusammen aus der Fusion der Vereine FC Falke 06, HFC 88 und SC Germania 1887, aus der 1919 der HSV hervorging. Und auch das angestrebte Gründungsdatum am 19. Juni bezieht sich auf das Jahr 1906, in dem der FC Falke gegründet wurde.

Auf ihrer Facebook-Seite erläutern die Gründer, warum sie sich vom HSV abgewendet haben, und nun einen Neustart in der Kreisliga anstreben: „Angefangen mit dem Verkauf von Stadionnamen über Änderungen von Vereinsnamen und dem Verkauf von Vereinsanteilen bis hin zu Politikern, die den Fußball als Wahlplattform nutzen, hat sich der moderne Profifußball immer mehr entfremdet und entwickelt sich zu einem Event- und Kapitalmonster.“

Mit der Gründung des HFC Falke wollen die Macher all jener, „die nach der Mitgliederversammlung mehr oder weniger in ein Loch gefallen sind, eine neue emotionale Heimat geben.“ Auch Fans, die es nach wie vor zum HSV zieht, sich der Sache aber trotzdem verbunden fühlten, wollen die Gründer mit ins Boot holen: „Das Ganze ist keine Anti-Aktion, sondern etwas Positives. Ein Start in eine neue, hoffentlich bessere und nachhaltige Zukunft für alle, die sich beim HSV in seiner zukünftigen Form nicht mehr richtig aufgehoben fühlen.“

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Gründungsversammlung am 13. Juli

Der weitere Fahrplan sieht eine Gründungsversammlung am 13. Juli vor, bei der jeder Teilnehmende, der vor Ort Mitglied wird, künftig als Gründer des HFC Falke e.V. geführt wird. Ende August/Anfang September soll dann eine erste Mitgliederversammlung stattfinden. Denn gerade das Thema Mitbestimmung scheint den Machern besonders am Herzen zu liegen: „Jeder, der dabei sein will, soll sich einbringen, Ideen äußern, anpacken und mit entscheiden, welchen Weg wir und unser Verein gehen wollen.“ Zur Saison 2015/2016 soll dann eine eigene Mannschaft in der Kreisklasse starten.

Bereits über 1.300 „Gefällt-mir“-Angaben hat die Facebook-Seite des Vereins in Gründung und auch bei den Treffen der Gruppe steigt die anzahl der interessierten Teilnehmer laut „Bild“-Angaben kontinuierlich.

Als Vorbilder der Aktion dürften Vereine wie der AFC Wimbledon und der FC United of Manchester aus England oder Austria Salzburg aus Österreich dienen, die ebenfalls von Anhängern gegründet wurden, die sich enttäuscht von ihren Klubs abwendeten – etwa durch die Übernahme des Vereins durch Red Bull in Salzburg –  und mit Gleichgesinnten einen Neustart auf eigene Faust und nach eigenen Vorstellungen wagten.

fn