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National

Fußfessel für Hooligans geht selbst der GdP zu weit

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 18. Juni 2015
Quelle: imago

Seit gestern tagt in Stuttgart die Justizministerkonferenz. Unter anderem wird dort ein häufigerer Einsatz der elektronischen Fußfessel diskutiert – zum Beispiel bei gewalttätigen Fußballfans. 

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Bislang wird die elektronische Fußfessel vor allem bei Sexual- und Schwerverbrechern eingesetzt, wenn nach der Entlassung aus der Haft die Gefahr weiterer Straftaten besteht. Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) fordert nun gemeinsam mit Uta-Maria Kuder (CDU), ihrer Amtskollegin aus Mecklenburg-Vorpommern, auch die Anwendung dieser Maßnahme bei Fußball-Gewalttätern. „Gewalttätigen Fußballfans könnte nach richterlicher Anordnung verboten werden, zu Auswärtsspielen zu reisen oder bei Heimspielen sich dem Stadion zu nähern“, sagte Kuder gegenüber der Schweriner Volkszeitung. Mithilfe der Fußfessel könnte dann die Einhaltung dieser Auflagen überprüft werden.

Der Vorschlag der Ministerinnen geht jedoch selbst der Gewerkschaft der Polizei zu weit: „„Eine Fußfessel gibt uns lediglich ein Bewegungsprofil des Straftäters. Uns interessiert doch aber nicht, wo ein Hooligan am liebsten sein Bier und seine Stadionwurst kauft“, sagte Jörg Radek, der GdP-Vorsitzende für die Bundespolizei gegenüber der Nordwest-Zeitung.