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National

Fußballfans fordern Kursänderung bei Anstoßzeiten

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 03. August 2016
Quelle: imago

Gleich zum Beginn der neuen Spielzeit regt sich bei vielen Fußballfans erneut Unmut über weite Auswärtsfahrten zu ungünstigen Zeiten.

So verleiht das unabhängige Bündnis ProFans der Fanszene des SC Freiburg den Negativpreis „SAM“ für die Rückrunde der Saison 2015/16. Insgesamt erwischten die Freiburg-Fans die schlechtesten Anstoßzeiten der ersten drei Ligen.

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Die Abkürzung SAM steht für „SpielAnsetzungsMonster.“ Seit der Saison 2015/16 vergibt ProFans diesen Negativpreis zwei Mal im Jahr an die Fanszene, die am meisten unter den fanunfreundlichen Anstoßzeiten leiden muss. Der Preis soll die Fanszenen zu noch mehr Engagement gegen diese unerträglichen Missstände motivieren und die Öffentlichkeit über die Problematik aufklären.

„Wenn Fans mittwochs 584 km nach Bielefeld und an einem Montagabend 599 km nach Braunschweig fahren müssen, um ihre Mannschaft zu unterstützen, ist das fanfeindlich“, so ProFans-Sprecherin Gloria Holborn und ergänzt: „Dank der unmöglichen Anstoßzeiten hatten die Freiburg-Fans 5mal Spiele an Wochentagen, die über 300 km entfernt waren.“ Auf den Plätzen Zwei und Drei im Ranking der Rückrunde 2015/16 landen die Fanszenen vom 1. FC Union Berlin und dem VfL Bochum. Mit Erzgebirge Aue auf dem 5. Platz wird deutlich, dass die Problematik nicht nur für die 1. und 2. Bundesliga besteht.

ProFans will im Kampf um fangerechtere Anstoßzeiten nicht nachgeben und auch in der neuen Saison weiter kämpfen. Die Einführung von Montagsspielen in der Bundesliga und einer neuen Anstoßzeit am Sonntag um 19:30 Uhr zeige, wie aktuell das Thema bleibe. Dazu ProFans-Sprecherin Ela Mateika: „Wir fordern die DFL auf, sich nicht weiter hinter Begründungen wie ‘Wunsch des TV-Partners’ oder ‘auf Wunsch der Polizei’ zu verstecken und endlich eine Kursänderung bei den Spielansetzungen einzulegen.“

In das gleiche Horn blasen auch Fans des FC St. Pauli, die direkt am ersten Spieltag der 2. Bundesliga an einem Montagabend ins gut 650 Kilometer entfernten Stuttgart reisen müssen, um ihre Mannschaft zu begleiten. Auch diese Ansetzung begründet die DFL mit dem „Wunsch der TV-Partner“. Für die Ultras der „Sankt Pauli Mafia“ lassen Ansetzungen wie diese zwei Schlussfolgerungen zu: „Entweder ist die DFL trotz ihrer Gesprächsangebote an uns Fans und versuchter Federführung einer neuen AG Fanbelange nicht der zuständige Ansprechpartner für unsere Interessen oder sie versteckt sich hinter TV-Partnern, Polizei oder Stadionkonzerten und macht einen auf Hände in Unschuld waschen.“ So oder so – die Ultras sehen definitiv keinen Sinn mehr für Gespräche mit dem Ligaverband.