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International

„Fussball macht frei“-Banner in der Schweiz

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 04. Mai 2015
Quelle: imago

Im Hinspiel waren es Fans des FC Luzern, die mit einer wahnwitzigen antisemitischen Entgleisung für Kopfschütteln und Empörung sorgten. Nun revanchierten sich die damals angesprochenen St.-Gallen-Fans auf kaum weniger dümmliche Art.

Fans des FC Luzern hatten vor dem Spiel beim FC St. Gallen im Februar für einen handfesten Eklat und jede Menge Aufsehen gesorgt. Der Gäste-Mob hatte einen Fan vor sich hergetrieben, der sich als Karikatur eines Juden in St.-Gallen-Outfit verkleidet hatte (Fanzeit berichtete). Ein Schauspiel, das offenbar als Provokation des Gegners funktionieren sollte – und zu allem Überfluss gewirkt hat.

Beim erneuten Aufeinandertreffen der beiden Klubs präsentierten am Donnerstag nun Gäste-Anhänger aus St. Gallen in ihrem Fanblock ein Banner mit der Aufschrift „Fussball macht frei“. Nicht allein der Aufdruck, auch die Optik der Spruchbands verwies eindeutig auf die Worte „Arbeit macht frei“ über dem Eingangstor des Konzentrationslagers Auschwitz. Einem Ort, der wie kaum ein anderer die unsäglichen Verbrechen Nazi-Deutschlands symbolisiert. Auch wenn sich dahinter eine kritische Replik auf die Aktion der FCL-Fans aus dem Hinspiel verbergen sollte, bleibt es gleichwohl ein derber Fehlgriff der Urheber.

 

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Der FC St. Gallen hat sich umgehend von der Aktion distanziert und dazu folgende Stellungnahme abgegeben:

Der FC St.Gallen und alle seine Spieler, Funktionäre und Angestellte distanzieren sich entschieden und in aller Form von dem im Gästesektor von einigen Personen aufgehängten Spruchband beim gestrigen Auswärtsspiel in Luzern. Rassistische, religiöse, politische oder in jedweder Form extremistische Propaganda hat in der Gesellschaft und im Fussball nichts verloren, und wir verurteilen diese aufs Schärfste.