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National

„Fußball ist für mich mehr als das Erzielen von Erfolg durch maximalen Kapitaleinsatz“

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 18. September 2014
Quelle: imago

Union Berlins Präsident Dirk Zingler hat Verständnis für die bislang wohl größte Protestaktion gegen RB Leipzig, die die Anhänger der Eisernen für das kommende Heimspiel planen. In einem Interview mit der Berliner Morgenpost äußerte er sich selbst kritisch gegenüber dem Aufsteiger.

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„Fußball ist für mich mehr als das Erzielen von Erfolg durch maximalen Kapitaleinsatz“, sagte der 50-Jährige. Die Begeisterung für den Fußball sei bei vielen Menschen vor allem dadurch entstanden, dass im Wettbewerb der Kleine auch den Großen habe schlagen können. Dieses Prinzip sei jedoch gefährdet, wenn Vereine immer mehr Kapital einsetzten. „Und wenn Fußball sogar vorrangig als Marketingeinheit für eine Produktmarke benutzt wird, dann kann ich die Sorgen vieler Fußballfans gut verstehen“, gestand Zingler.

Angst vor Ausschreitungen wies er jedoch entschieden zurück. Dass Kritik im Fußballstadion nicht immer wie im Bundestag geäußert werde, sei normal. Alles Weitere regelten Gesetze und die Stadionordnung. Als Vermittler versteht Zingler seinen Verein jedenfalls nicht. Dies sei nicht die Aufgabe seines Vereins. „Fußball lebt auch von Abgrenzung, von Rivalität. Es gibt zum Glück Unterschiede zwischen den Vereinen, und ich finde es gut, wenn diese immer wieder deutlich werden“, sagte Zingler der Morgenpost.

Union-Fans wollen beim Heimspiel am kommenden Sonntag das gesamte Stadion an der Alten Försterei in Schwarz hüllen. Die Ultra-Gruppe „Wuhlesyndikat“ will dafür am Eingang schwarze Regencapes verteilen.