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International

Fußball als Religionsersatz

Autor: Sören Stephan Veröffentlicht: 11. September 2014

Spieler werden zu Heiligen, das Stadion zum Tempel, das Auswärtsspiel zur Pilgerfahrt – Fußball hat für viele Fans die Rolle der Religion übernommen. Ausdruck des Ganzen ist die internationale Ausstellung „Fußball Halleluja“ in Amsterdam, die ab 12. September im Museum Amsterdam zu sehen sein wird.

Für wahre Fans ist Fußball mehr als nur ein 90-minütiges Spiel. Viele lassen sich die Vereinslogos ihrer Clubs in die Haut stechen, in Gelsenkirchen gibt es einen Friedhof für diejenigen, die auch nach dem Tod ihre Verbundenheit zu den Königsblauen zeigen wollen und viele Neugeborene sind gleichzeitig mit den ersten Atemzügen schon Vereinsmitglieder.

In Amsterdam wird am Freitag eine Ausstellung eröffnet, die das Phänomen Fußball aus einer anderen Sicht zeigt – mit nahezu religiösen Riten und Bräuchen. Der Direktor des Museums Amsterdam, Paul Spies, stellt fest: „Für viele Menschen hat der Fußball die Rolle der Religion eingenommen. Die Stadien werden immer voller, die Kirchen immer leerer. Die Rituale von Fans nehmen immer breiteren Raum ein und ähnelten denen der katholischen Kirche.“

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Gemeinsam mit dem historischen Museum Basel sammelte das Amsterdamer Stadtmuseum Pokale, Fanartikel, Videos, Fotos und viele Anekdoten und Analysen. Anhand dieser einzigartigen Objekte sollen die besonderen Rituale, der Glaube und Aberglaube von Fans und Spielern dargestellt werden. Zu sehen sind etwa der Goldene Schuh des niederländischen Stürmers Marco van Basten und der Nachbau eines neapolitanischen Altars für die argentinische Fußball-Legende Diego Maradona.

„Fußball Halleluja“ wird nach seinem ersten Standort Amsterdam durch Europa reisen. In Deutschland wird die Ausstellung in Bremen zu sehen sein.

 

st