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National

Fürth-Fans kritisieren Polizeieinsatz

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 15. Dezember 2015
Quelle: imago

Der Einsatz der Karlsruher Polizei gegen Fans der SpVgg Greuther Fürth vor dem Auswärtsspiel beim Karlsruher SC sorgt weiter für Aufsehen. Nun melden sich das Fanprojekt sowie der Weiß-Grüne Hilfefonds zu Wort. 

In einer detaillierten Stellungnahme schildert der Weiß-Grüne Hilfefonds, wie sich die Ereignisse auf dem Gästeparkplatz aus Sicht der Fans zugetragen haben. So widerspricht die Organistaion der Darstellung der Polizei, es wären Personen auf der Autobahn ausgestiegen und hätten andere Verkehrsteilnehmer behindert. Nach einer zunächst ruhig verlaufenen Kontrolle des betroffenen Busses seien dann etwa zehn Beamte „mit massivem Schlagstock- und Pfeffersprayeinsatz“ auf die wartenden Fans gestürmt und hätten versucht, in den hinteren Eingang des Busses zu gelangen.

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Darüber hinaus bemängeln die Fans, dass der anwesende Gruppenführer keinerlei Zugriff auf die agierenden Einsatzkräfte gehabt habe. „Es bleibt der Eindruck, dass sämtliche Polizeieinheiten an diesem Tag untereinander weder vernetzt waren noch Fingerspitzengefühl für die aktuelle Situation bewiesen. Trotz mehrmaliger Aufforderungen konnte der zuständige Einsatzleiter nicht ausfindig gemacht werden“, heißt es in der Stellungnahme. Auch vonseiten anwesender Ordner sei es zu gezielten Angriffen, Beleidigungen und Provokationen gekommen.

„Bei diesem Einsatz wurden zahlreiche Fans verletzt und mussten teilweise im Karlsruher Klinikum behandelt werden. Gründe hierfür waren insbesondere der gezielte Schlagstockeinsatz gegen den Kopf, der massive Einsatz von Pfefferspray sowie das Heranführen von insgesamt drei Polizeihunden, wodurch eine Person durch einen Biss verletzt wurde“, so der Weiß-Grüne Hilfefonds. „Wir kritisieren den Polizeieinsatz in schärfster Form und werden rechtliche Schritte gegen die Maßnahme sowie einzelne Beamte einleiten.“

Auch das Fanprojekt Fürth sieht Relation und Auswirkung des Einsatzes kritisch und befürwortet „eine umfassende Aufarbeitung der Vorfälle unter Berücksichtigung aller am Spieltag beteiligten Institutionen.“Im Rahmen der sozialpädagogischen Begleitung der Fans erlebten wir vor Ort eine unübersichtliche Situation, in welcher es aus unserer Perspektive galt, den Fans vorbehaltlos unterstützend zur Seite zu stehen. Dabei wurden Beschuldigte bei den polizeilichen Folgemaßnahmen, sowie Personen welche in den verschiedenen Kliniken behandelt wurden begleitet“, so Matthias Kosubek, pädagogischer Mitarbeiter im Fanprojekt Fürth.