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National

Für Weitergabe eines Böllers: 18-Jähriger zu hoher Geldstrafe verurteilt

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 15. April 2014
Quelle: Jeronimo Ort

Der Wurf eines Böllers beim Drittliga-Dery zwischen dem VfL Osnabrück und Preußen Münster beschäftigt noch immer die Justiz. Das Landgericht Osnabrück hat zweieinhalb Jahre nach der Tat nun einen weiteren Mittäter zivilrechtlich verurteilt. Vorwurf: Er soll den Sprengsatz dem Haupttäter zuvor ausgehändigt haben.

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Der 18-Jährige muss nun insgesamt 13.250 Euro an sechs Polizisten zahlen, die zum Teil noch immer unter den Verletzungen leiden, die die Explosion damals verursacht hatte. Die Beamten hatten auf Schmerzensgeld zwischen 4.000 bis 6.500 Euro geklagt, wie die Neue Osnabrücker Zeitung berichtet. Die Gesamtforderung belief sich so auf einen Betrag von 26.500 Euro. Da der Angeklagte aber über kein eigenes Einkommen verfügt, wird entscheidend sein, ob er das Geld innerhalb der nächsten sechs Wochen auftreiben kann. In diesem Fall würde nur die halbe Summe von 13.25o Euro auf ihn zukommen. Kann er die Frist nicht einhalten, wird die gesamte Summe fällig.

Erst im März hatte ein Polizist in einem separaten Verfahren 5.000 Euro Schmerzensgeld von dem Täter zugesprochen bekommen. Zwar soll der Preußen-Münster-Fan laut NOZ beteuert haben, dass er die Tat nicht habe absehen können – für das Gericht sei jedoch unerheblich gewesen, ob Fahrlässigkeit oder Vorsatz vorgelegen hat. Allein die Übergabe des Sprengsatzes mache ihn für Folgeschäden haftbar. Strafrechtlich war der Angeklagte wegen Beihilfe bereits zu zwei Jahren Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt worden.

Der Haupttäter hatte im Herbst 2011 mit der Explosion in einem Tunnel 39 Menschen zum Teil schwer verletzt und ist zu satten fünf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden.