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National

„Für die ist es nur ein Augenblick – Für uns ein ganzes Leben“

Autor: Maximilian Gehrmann Veröffentlicht: 07. April 2015
Quelle: imago

Trotz einer 2:1 Niederlage und dem Einlassverbot für 28 Glubberer ziehen die Nürnberger Ultras ein positives Fazit aus der Begegnung gegen RB Leipzig. 

Boykott oder Hinfahren? Mit dieser Frage setzte sich die Nürnberger Ultraszene vor dem Spiel gegen RB Leipzig auseinander. Die Fanszene rund um die Gruppe „Ultras Nürnberg 1994“ entschied sich für Letzteres und zeigte unter dem Motto „Scheiß RB – Glubb against the machine“ mit 4.139 angereisten Gästefans Präsenz. Nachdem einige Nürnberger Anhänger ihre Meinung über den Leipziger Verein bereits in der Nacht von Freitag auf Samstag mittels einer Plakat Aktion ausgedrückt hatten, verlief die Anreise friedlich.

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Getrübt wurde der Fußballnachmittag laut Polizeibericht lediglich durch den Versuch einiger RB-Fans, sich gewaltsam Zutritt zum Stadion zu verschaffen. Derweil versuchten 28 Nürnberger Fans ihrem Protest gegen den von Red Bull finanzierten Verein offenbar durch den übermäßigen Konsum anderer Getränke Ausdruck zu verleihen. Ihnen wurde „der Einlass verwehrt, da sie unter erheblichen Alkoholeinfluss standen“.

Besondere Grüße für den Pressesprecher der Leipziger, Sharif Shoukry, hatten die Freunde der Nürnberger aus Wien im Gepäck. Sie bedachten ihren ehemaligen Vereinsangestellten mit einem „Judas Shoukry“-Banner. Der 35-Jährige war zuvor 5 Jahre beim österreichischen Rekordmeister Rapid Wien tätig.

Trotz der vorangegangenen Zweifel am Besuch des Spiels, ziehen die Ultras Nürnberg auf ihrem Internet-Blog „YA-BASTA!“ ein positives Fazit. In ihrer Rolle als „wöchentlicher Widerstand“ habe die Fanszene des FCN durch ihren geschlossenen Auftritt viel für ihr Selbstverständnis und ihre Kultur getan. Die Anhänger hätten im „Protest gegen den Konzern“ Einigkeit bewiesen und gezeigt: „Fußball ist mehr.“

Hier das ganze Fazit der Ultras Nürnberg.