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National

Für DFL-Geschäftsführer Seifert sind Ultras die „Totengräber der Fankultur“

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 28. April 2017
Quelle: imago

Mit scharfen Worten hat DFL-Geschäftsführer Christian Seifert auf die jüngsten Beleidigungen Kölner Ultras gegenüber Dietmar Hopp sowie das Abbrennen von Pyrotechnik durch Hamburger und Frankfurter Fans reagiert. Die Interessengeminschaft „Unsere Kurve“ kontert.

„Es steht außer Frage: Die Verhaltensweise von einigen Fans ist asozial — das hat nichts mehr mit kritischer Meinungsäußerung zu tun“, sagte Seifert bei einem Gespräch mit ausgewählten Sportjournalisten in Frankfurt. „Es geht hier um das Ausloten persönlicher und vielleicht juristischer Grenzen unter dem Deckmantel der Fußballkultur.“

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Dem hält die Interessensgemeinschaft Unserer Kurve in einer Stellungnahme entgegen: „Lieber Herr Seifert, wir möchten Sie daran erinnern, dass die Bewertung, was freie Meinungsäußerung und was Beleidigung ist, in Deutschland das Strafgesetzbuch und im Zweifel ein ordentliches Gericht übernimmt. Juristische Grenzen müssen dabei keinesfalls ausgelotet werden – sie stehen durch die genannten Institutionen längst transparent fest.“

Die Fanorganisation wundert sich zudem darüber, dass der DFL-Geschäftsführer Spanien als lobenswertes Beispiel für ein härteres Durchgreifen gegen Fußballfans nennt. Wie sich dieses Durchgreifen anfühlt, mussten Fans des FC Bayern München erst kürzlich am eigenen Leib erfahren, als die spanische Polizei beim Champions-League-Spiel gegen Real Madrid auf sie losging.

Weiterhin bezeichnete Seifert die Ultras als „Totengräber der Fankultur, um die es ihnen angeblich geht“. Schließlich würden „die anderen 50.000 im Stadion und die DFL“ mehr für die Fußballkultur tun als jene, „die Böller abschießen oder Plakate hochhalten oder Raketen in die Blocks schießen.“

In einem Punkt stimmt Unsere Kurve dem DFL-Geschäftsführer übrigens sogar zu: So sei es auch für die Fans „schleierhaft, warum manches Stadion durch die Polizei in ein Krisengebiet verwandelt wird.“