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National

Führendem Mitglied einer MSV-Fangruppe droht mehrjährige Haftstrafe

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 18. Mai 2015
Quelle: Polizei Duisburg

An die Rückkehr des MSV Duisburg in die 2. Fußball-Bundesliga werden sich wohl alle Zebra-Fans noch lange erinnern. Einer wird jedoch möglicherweise mehr Gelegenheit zum Schwelgen in Erinnerungen bekommen, als ihm lieb sein kann.

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Die Duisburger Polizei hat am Montag einen 27-Jährigen festgenommen. Er soll nach dem Sieg gegen Holstein Kiel eine Leuchtrakete in den Gästeblock gefeuert und damit eine Polizistin verletzt haben. Ihm droht nun im Falle einer Verurteilung nach Polizeiangaben eine mehrjährige Haftstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung. Bei dem Verdächtigen soll es sich um ein führendes Mitglied einer Duisburger Fangruppierung handeln. Näher wollten die Beamten dies auch auf Nachfrage nicht präzisieren, um zu verhindern, dass sich die Gruppe mit dem Vorfall brüste.

Der verletzten Polizeibeamtin soll es derweil den Umständen entsprechend gut gehen. Sie musste wegen Brandverletzungen notärztlich behandelt werden, überdies verbrannte ein Großteil ihrer Haare. Auch der MSV Duisburg hat inzwischen auf den Vorfall reagiert und ein dreijähriges Stadionverbot gegen den Verdächtigen ausgesprochen. „Wir prüfen zudem, welche Möglichkeiten wir darüber hinaus haben, um ihn dauerhaft vom MSV fern zu halten“, verdeutlicht Peter Mohnhaupt, Geschäftsführer des MSV. Weiterhin kündigen die Zebras an, eine mögliche Strafe durch den DFB an den Mann weiterzuleiten. Zudem erklärt der Aufsteiger: „Der jungen Frau wünschen alle Zebras gute Besserung – und die Täter dürfen wir bitten: Lasst den MSV einfach weiter friedlich Fußballfeste feiern. Wir brauchen euch wirklich nicht!“

Duisburger Fans berichten gleichzeitig davon, dass im Vorfeld der Partie während des Fanmarschs ein Fan ohne erkennbaren Grund in einen Polizeiwagen gezogen und dort geschlagen worden sei. Ramon van der Maart, Sprecher der Polizei Duisburg, bestätigte gegenüber Fanzeit zwar, dass ein Duisburger Anhänger aus der Menge gezogen worden sei – allerdings keineswegs grundlos. Er soll in einer Unterführung einen Rauchtopf gezündet haben. „Daher verstehe ich das nicht. Wenn wir einen Spinner herausziehen, der die ganze Idee dieses Fanmarschs konterkariert, ist das doch eigentlich gute Polizeiarbeit. Genauso wie in dem anderen Fall im Stadion.“ Der Zwischenfall während des Fanmarsches sei zwar ursächlich für einen kurzen Stopp gewesen, habe aber nicht zum vorzeitigen Abbruch geführt, betont van der Maart. Unverhältnismäßig sei der Einsatz keineswegs gewesen. „Dass mal jemand einen in die Rippen bekommt, wenn er nicht zur Seite geht und die Polizeiarbeit behindert, lässt sich nicht verhindern.“ Eine Anzeige gegen Polizeibeamte liege in diesem Fall jedoch nicht vor. Anders als gegen den Fan, der sich für das Zünden des Rauchtopfs nun strafrechtlich verantworten muss.