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International

FSE fordert „Gastfreundschaft statt Feindschaft“

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 17. November 2015
Quelle: imago

Das Netzwerk „Football Supporters Europe“ (FSE) zeigt sich in einer Stellungnahme betroffen von den Anschlägen in Frankreich. Gleichzeitig warnt das Bündnis vor kurzfristigen Restriktionen und Sicherheitsmaßnahmen. 

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Zudem lobt FSE das Verhalten der Ordner, die durch ihren Einsatz vermutlich Tausenden Menschen im Stadion das Leben gerettet haben. Dabei betont das Netzwerk, dass es sich bei einigen der Ordner um Muslime gehandelt habe. „Sie waren Muslime, wie auch viele viele andere Sicherheitskräfte, die jedes Wochenende innerhalb der Fußballstadien Europas für die Sicherheit der Fans sorgen. Sie sind Muslime, genauso wie viele Fußballfans und FSE-Mitglieder in den Stadien und den Vereinen überall auf unserem Kontinent, sowohl im Osten, als auch in Westeuropa, im Norden, wie im Süden“, heißt es in der FSE-Mitteilung.

Angesichts der derzeitigen Debatten und dem Hass, der gegen Muslime und Flüchtlinge als Gesamtgruppen geschürt werde, sei es wichtig sich ins Gedächtnis zu rufen, „dass diese Angreifer nicht im Namen einer Mehrheit von Muslimen handeln.“ Darüber hinaus warnt das Netzwerk vor einem einseitigen Fokus auf Restriktionen, Überwachung und überbordender Polizeipräsenz als Reaktion auf die Anschläge. Stattdessen habe sich die Schaffung gastfreundlicher Aufenthaltsbedingungen und ein verhältnismäßiger, erkenntnisgestützter und gleichermaßen freundlich-serviceorientierter Ansatz in der Arbeit der Sicherheitsbehörden als nachhaltigste und erfolgreichste Kombination zur Maximierung von Sicherheit im Fußball erwiesen und bewährt.

„Willkommenskultur sollte den Kern unserer Antwort auf die Terroristen in Frankreich und anderswo für jetzt und die kommenden Jahre bilden, nicht das Gegenteil ebendieser. Ansonsten dienen wir nurmehr der eigentlichen Absicht der Terroristen und schüren Hass, Feindschaft und Spaltung auf dem Rücken der Schwächsten, und zwischen all jenen gesellschaftlichen Gruppen, welche für Ideale der Gleichheit, Freiheit und Brüderlichkeit einstehen wollen, ob in unseren Stadien oder darüber hinaus, egal welcher religiösen Gruppe sie dabei angehören mögen. Wir sollten den Terroristen nicht gestatten, dieses Ziel zu erreichen. #NousSommesUnis“, heißt es zum Ende des Statements.