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National

Freispruch für „Schickeria“-Mitglieder

Autor: Robin Schwitzer Veröffentlicht: 16. Februar 2015
Quelle: imago

Zwei Mitglieder der Ultragruppierung „Schickeria München“ mussten sich wegen Schwarzfahrens vor Gericht verantworten. Aufgrund mangelnder Beweise wurden die beiden FCB-Anhänger freigesprochen.

Wie die Augsburger Allgemeinen Zeitung berichtet, sollen die zwei Ultras im April letzten Jahres in Augsburg ohne Ticket mit der Straßenbahn unterwegs gewesen sein. Die Münchener schauten das Auswärtsspiel der Bayern mit einer größeren Gruppe in einer Augsburger Kneipe, da sie mit einem bundesweiten Stadionverbot belegt sind.

Nach der Partie lieferte sich die Gruppe eine „Verfolgungsjagd“ mit der Polizei. Mehrmals wechselten die FCB-Fans die Straßenbahnlinie und fuhren in die entgegengesetzte Richtung. Schließlich erwischte die Polizei die zwei Männer an der Station „Königsplatz“. „Wir wollten die Namen haben, für den Fall, dass etwas passiert“, äußerte sich ein Polizeibeamter zu dem Vorfall.

Die Hälfte der Gruppe entwischte der Polizei, die anderen zehn Männer konnten die Beamten einkesseln und deren Personalien aufnehmen. Doch damit nicht genug: Die Polizeibeamten kontrollieren auch die Fahrscheine der jungen Männer.  Nur ein Mitglied der Gruppe konnte ein Ticket vorzeigen. Die anderen Männer wurden von der Polizei mit einer Strafanzeige wegen „Schwarzfahrens“ belangt.

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Laut der zuständigen Richterin sei der Nachweis der Polizei allerdings nicht gültig. Die Angeklagten könnten das Ticket zwischen Ausstieg und Polizeikontrolle bereits entsorgt haben. Es sei auch möglich, dass die entkommenden Fans ein Gruppenticket für die von der Polizei festgehaltenen Männer besaßen.

Zusätzlich seien die Männer nicht verpflichtet gewesen, den Polizeibeamten das Ticket vorzuzeigen. Das betonte auch Fan-Anwalt Marco Noli, der die beiden Angeklagten vor Gericht vertrat. Er habe es ohnehin noch nie zuvor erlebt, dass die Polizisten bei Fußballspielen in die Rolle von Fahrscheinkontrolleuren schlüpfen, äußerte sich der Anwalt nach dem Prozess.