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National

Freispruch für Dynamo-Fan

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 02. Juni 2016
Quelle: imago

Weil er einen Polizisten mit einer Flasche beworfen haben soll, musste sich ein Fan von Dynamo Dresden kürzlich vor dem Amtsgericht Regensburg verantworten. Dort wurde er freigesprochen – auch weil das vermeintliche Opfer sich auf Videomaterial berief, auf dem die angebliche Tat überhaupt nicht zu sehen war. 

Wie die Schwarz-Gelbe Hilfe berichtet, kam es aufgrund von „katastrophalen Einlassregelungen zum Gästeblock“ beim Auswärtsspiel in Regensburg im Februar 2015 zu Rangeleien zwischen Fans und Polizisten. Dabei sei ein Mitglied der Fanhilfe festgenommen worden, weil er eine Flasche auf die aufgereihte Polizeikette geworfen und dabei einen Polizisten am Helm getroffen habe.

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Der Dynamo-Fan machte vor Ort von seinem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch und schaltete die Schwarz-Gelbe Hilfe ein. Diese stellte bei den Ermittlungsbehörden mehrfach Antrag auf Akteneinsicht. Es dauert jedoch geschlagene sechs Monate, bis auch das Videomaterial in Dresden ankommt.

Im April kommt es dann schließlich zur Verhandlung vor dem Amstgericht Regensburg. Doch auch dort ist zunächst Warten angesagt, weil der eingesetzte Polizist erst mit zwei Stunden Verspätung im Zeugenstand auftaucht. Dort berichtet er von von mehren Angriffswellen auf die Polizei sowie dem Flaschenwurf durch den Angeklagten und beruft sich dabei auf das Videomaterial. Da jedoch weder Angriffswellen noch fliegende Flaschen auf dem Video zu sehen sind, wird der Dynamo-Fan schließlich freigesprochen.

„Mal wieder hat sich gezeigt, wie fahrlässig Ermittlungsbehörden mit Videomaterial umgehen und mit welcher vermeintlicher Sicherheit Polizisten vor Gericht auftreten“, kritisiert die Schwarz-Gelbe Hilfe. „Zum Glück hat in diesem Falle die Gerechtigkeit gesiegt.“ Die Fanhilfe findet zudem lobende Worte für den SSV Jahn Regensburg, der nach Anhörung des Beschuldigten darauf verzichtete, vor dem Gerichtsurteil ein bundesweites Stadionverbot gegen den Dynamo-Fan zu verhängen.