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National

Weshalb die Eintracht-Fanszene nach Leipzig fährt

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 20. Januar 2017

Am Samstag (18:30 Uhr) tritt Eintracht Frankfurt bei RB Leipzig an. Mit dabei sein werden dann auch wohl um die 5.000 Fans der Eintracht, die ihre Mannschaft vor Ort unterstützen. In einer Stellungnahme auf seiner Website erklärt der Nordwestkurven-Rat, weshalb ein Boykott des Spiels, wie ihn Anhänger anderer Vereine durchführten, für die Eintracht-Fanszene nicht infrage kommt. 

„Ein Boykott der Spiele bringt nichts“, befindet der Nordwestkurven-Rat, der die Fanszene der Eintracht vertritt, ziemlich eindeutig. „Die Konsumenten werden trotzdem hingehen, viele Eintracht-Fans aus den neuen Bundesländern freuen sich über eine kurze Fahrt, eine differenzierte mediale Auseinandersetzung mit den Motiven wird aller Voraussicht nach nicht stattfinden. Kurz: Das Produkt RB wird dadurch keinerlei Schaden nehmen“, halten die Eintracht-Fans fest.

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Die Eintracht-Fans halten es da lieber mit Adornos Zitat „Es gibt kein richtiges Leben im falschen“ und werfen den RB-Boykottierern Inkonsequenz in ihrem Idealismus vor, wenn diese etwa „auf der nächsten Auswärtsfahrt zu McDonald’s rennen, ein Konto bei der Deutschen Bank unterhalten oder bei H&M einkaufen.“

Ohnehin handle es sich bei RB Leipzig lediglich um ein „extrem widerwärtiges Symptom eines durch den Kapitalismus eh schon durch und durch kaputten Fußballs“. Daher empfindet es die Frankfurter Fanszene als „heuchlerisch“, „auf einmal in Red Bull allein das personifizierte Böse zu sehen, bei allem anderen aber artig zu klatschen.“ Eine fundierte Kritik müsse das große Ganze im Auge behalten. „Der Irrglaube, eine Verdrängung von Red Bull aus dem Fußball würde die Probleme als ungemütliche und mündige Fanszene lösen, ist romantisch naiv!“, so der Nordwestkurven-Rat.

Gleichwohl halten die Frankfurt-Fans fest, dass sie Red Bull „Selbstverständlich […] scheiße“ finden und niemals als einen von vielen „normalen“ Gegner akzeptieren wollen. Daher kündigt die Nordwestkurve für das Spiel am Samstag an: „Jeder kann sich sicher sein, dass die Fanszene Frankfurt nicht mit Kritik an Red Bull und seinen Bestrebungen, im Fußball Fuß zu fassen, sparen wird.“