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International

FIFA will „Diskriminierungs-Schiedsrichter“ einsetzen

Autor: Lukas Schäfer Veröffentlicht: 12. Mai 2015
Quelle: imago

Für die Qualifikationsspiele zur Weltmeisterschaft 2018 will die FIFA ihren Kampf gegen Diskriminierung im Fußball verstärken. Spielbeobachter sollen Spiele auf diskriminierende Vorfälle hin anschauen und Meldung erstatten.

Wie die FIFA mitteilte, soll der Kampf gegen Diskriminierung bei den Qualifikationsspielen der WM 2018 verstärkt werden. Die wichtigste Maßnahme sei der Einsatz von Spielbeobachtern für Antidiskriminierung, die Spiele auf diskriminierende Vorfälle hin anschauen und Meldung erstatten sollen. Der Einsatz werde durch die FIFA koordiniert und zusammen mit dem FARE-Netzwerk gewährleistet.“Das neue System ist ein wichtiger Schritt im fortwährenden Kampf der FIFA gegen Diskriminierung und Ergebnis der Empfehlungen der FIFA-Arbeitsgruppe gegen Rassismus und Diskriminierung. Es wird die Arbeit der FIFA-Schiedsrichter und Disziplinarinstanzen erleichtern und ergänzen. Es soll insbesondere dabei helfen, die Justizverfahren zu optimieren, indem dringend benötigte Beweise für mögliche Sanktionen gesichert werden“, erklärt der Weltverband.

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Spielbeobachter erstattet innerhalb von 24 Stunden Bericht

Für Hochrisikospiele werden im Rahmen des neuen Beobachtungssystems speziell ausgebildete Spielbeobachter für Antidiskriminierung aufgeboten. Der Spielbeobachter erstattet nach jedem besuchten Spiel der FIFA-Disziplinarinstanz innerhalb von 24 Stunden Bericht. Diese analysiert die Informationen und eröffnet gegebenenfalls ein Disziplinarverfahren. „Ich freue mich sehr, dass dieses Programm Gestalt annimmt und in der Qualifikation für die WM 2018 erstmals zum Einsatz gelangt. Der FIFA-Kongress hat 2013 gegen Diskriminierung eine starke Resolution verabschiedet, und wir haben eine eigene Arbeitsgruppe gebildet. Das neue Beobachtungssystem ist eine konkrete Maßnahme, die ein unmissverständliches Signal für Vielfalt und gegen Diskriminierung aussendet“, betonte FIFA-Präsident Blatter. Auch Piara Powar, Exekutivdirektor des FARE-Netzwerks, lobte das neue System: „“Diese Zusammenarbeit zwischen der FIFA und dem FARE-Netzwerk ist im Kampf gegen Diskriminierung im Fußball ein Meilenstein. Wir bringen unsere Erfahrung und unser Wissen beim Erkennen von Vorfällen bei Spielen ein und werden mit führenden Experten rund um die Welt zusammenarbeiten, damit der wichtigste Wettbewerb im Fußball zeigt, dass Diskriminierung und Ausgrenzung im Sport nichts zu suchen haben“.

FIFA plant weitere Maßnahmen gegen Diskriminierung

Die Spielbeobachter seien nur eine der Maßnahmen, die die FIFA derzeit erarbeitet, um noch stärker gegen alle Formen von Diskriminierung im Fußball vorzugehen. In Kürze wird ein FIFA Good Practice Guide zu Vielfalt und Antidiskriminierung vorgestellt, der die FIFA-Mitgliedsverbände bei deren Bemühungen unterstützen wird.