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National

„FIFA abschaffen! Rassismus weiter bekämpfen!“

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 06. Oktober 2016
Quelle: imago

Mit der Auflösung der Task-Force sorgte die FIFA in der vergangenen Woche für viel Unverständnis. So auch bei den Ultras der Freiburger Ultragruppe „Corillo“:

Diese kommentierten die Entscheidung der FIFA beim Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt via Spruchband mit den eindeutigen Worten „FIFA abschaffen! Rassismus weiter bekämpfen!“

Auf ihrer Homepage schreiben die Ultras dazu: „Wir erleben gerade nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa oder in den Staaten einen Rechtsruck, wie es ihn seit langer Zeit nicht mehr gegeben hat. Offen diskriminierende oder rassistische Äußerungen, seien sie von Politikern oder Bürgern, sind wieder salonfähig geworden. Mit der Einstellung der Task Force setzt die FIFA somit ein falsches und auch gefährliches Signal.“

Auch in Anbetracht der anstehenden WM in Russland, wo es laut dem Netzwerk „FARE“ (Football Against Racism in Europe) allein in der vergangenen Saison zu 92 diskriminierenden Vorfällen bei Fußballspielen kam, können die SCF-Fans die Auflösung der Task-Force nicht nachvollziehen: „Gerade Russland hätte in Bezug auf die Ausrichtung der WM eine klare Ansage der FIFA erhalten müssen. Doch dies geschah nicht.“

Dass sich daran in Zukunft etwas ändert, bezweifeln die Ultras: „Weiterhin wird sich die FIFA durch „No to racism“-Werbespots vor den Spielen reinwaschen und nach außen als couragierter Verband darstellen. Zu befürchten ist, dass sich nun genau jene Personen in ihrem Verhalten bestätigt fühlen, die durch solche Kampagnen sowieso nie erreicht werden. Ob Affenlaute oder homophobe Beleidigungen, scheinbar nicht schlimm genug um sich weiterhin intensiv bei der FIFA damit zu beschäftigen.“

Ob der Untätigkeit des Weltverbandes fordert die Ultragruppe daher alle Fans auf, Augen und Ohren offenzuhalten, „denn auch im Dreisamstadion gibt es immer wieder irgendwelche IQ-Zwetschgen, die es lustig finden, beispielsweise den Schiri als „Schwuchtel“, oder alternativ auch mal als „Homo“, zu bezeichnen oder ihren eigenen Hinterwaldkollegen als „Zigeuner“ zu besingen.“ Dies sei „weder witzig noch halb so schlimm.“ Daher sehen die Ultras jeden Fan in der Pflicht, „seinen Beitrag dazu leisten, dass Rassismus und Diskriminierung in seinem Stadionumfeld im Keim erstickt.“