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International

Feyenoord-Anhänger wüten in Rom

Autor: Robin Schwitzer Veröffentlicht: 20. Februar 2015
Quelle: imago

Es hatte sich angedeutet: Nach ersten Ausschreitungen am Mittwoch, kam es gestern zur Gewalteskalation zwischen Rotterdamer Fans und der Polizei in Rom. An der Spanischen Treppe sollen mehrere Brunnen beschädigt worden sein, weitere Personen wurden festgenommen. Der Verein verurteilte die Exzesse, der italienische Premierminister fordert eine Entschuldigung.

28 festgenommene Rotterdam-Anhänger, 13 verletzte Polizisten und fünf verletzte Feyenoord-Fans, 19 Täter wurden wegen Verletzung von Sicherheitskräften, Verwüstungen und Widerstand gegen die Polizei im Schnellverfahren zu Haftstrafen bis zu 16 Monaten und zu Geldstrafen bis zu 45.000 Euro verurteilt. Das sind die nackten Zahlen der heftigen Ausschreitungen rund um das Europa-League-Achtelfinalspiel zwischen AS Rom und Feyenoord Rotterdam.

„Was in diesen Stunden passiert, ist eine Schande“, äußerte sich Roms amtierender Bürgermeister Ignazio Marino. Auch Italiens Premierminister Matteo Renzi meldete sich zu Wort und fordert eine Entschuldigung des holländischen Klubs: „Was in Rom passiert ist, ist inakzeptabel. Der einzige Pressebericht, den Feyenoord herausgeben muss, hat nur fünf Buchstaben: Scusa (Entschuldigung). Wir werden mit größter Strenge gegen die Hooligans vorgehen.“

Der Aufforderung kam Feyenoord-Direktor Eric Gudde am späten Donnerstag auch nach. Er verurteilte die Ausschreitungen und entschuldigte sich. Die Vorfälle seien „total verwerflich. Wenn man eine Stadt besucht, dann muss man die so verlassen, wie man sie vorgefunden hat.“ Er betonte jedoch, dass sich die registrierten Fans im Stadion anständig verhalten hätten. „Wir sind für die Fans im Gäste-Bereich des Stadions verantwortlich“, so Gudde gegenüber einem niederländischen Fernsehsender.

Nichtsdestotrotz rechnet der Feyenoord-Direktor mit keiner Strafe der UEFA. „Die UEFA urteilt über das, was im Stadion geschieht, und das konnte man sehen, das war makellos. Ich denke aber, dass der AS Rom für alle Knaller und das Feuerwerk eine kräftige Buße bekommt“, führte er fort.

Die Vorfälle in Rom werden wohl nun auch zum Gegenstand einer Debatte im niederländischen Parlament werden. Eine Meldepflicht für Fußballfans in den Niederlanden, die im Ausland straftätig werden und weitere Auflagen für Fans sollen dort diskutiert werden.

Informationen einer niederländischen Tageszeitung zufolge gelang es mehreren Feyenoord-Anhängern, die in den Niederlanden mit einem landesweiten Stadionverbot belegt sind, problemlos in italienischen Fanshops an Karten für das Spiel zu kommen.

Bei einer Massenschlägerei beschädigten Fans die spanische Treppe in Rom. Auch der Brunnen  „Fontana della Barcaccia“ wurde beschädigt und mit Bierdosen und Bierflschen stark beschmutzt. Erst vor kurzem wurde das bekannte Denkmal Roms restauriert.

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Die Sicherheitskräfte vor Ort hatten die Partie bereits als Hochsicherheitsspiel eingestuft. Insgesamt waren 1300 Polizisten im Einsatz. 6000 Feynoord-Fans machten sich auf den Weg nach Italien um ihre Mannschaft zu unterstützen. 200 Mitglieder des harten Rotterdamer Kerns seien laut italienischen Zeitungen verantwortlich für die Ausschreitungen und die heftigen Auseinandersetzungen mit der Polizei.

 

Politiker in den Niederlanden forden nun harte Konsequenzen für die gewalttätigen Fußballfans. Auch die niederländische Botschaft in Rom will den Bürgermeister dabei unterstützen, die Täter zu überführen.