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FCM-Fans wollen sich für Gästefans einsetzen

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 09. Mai 2018
Quelle: imago

Durch einen Polizeieinsatz verpassten rund 350 Fans des Chemnitzer FC am vergangenen Samstag das Auswärtsspiel ihrer Mannschaft beim 1. FC Magdeburg. Nicht nur die Chemnitzer, sondern auch Magdeburger üben nun Kritik am Umgang mit Gästefans beim FCM. 

Obwohl nur noch zehn Minuten bis zum Anpfiff blieben, hatte der 1. FC Magdeburg am Gästeparkplatz eine Vorkontrolle der Chemnitzer Fans angeordnet. Als es dort schließlich zu einer „Schubserei“ kam, entschieden Polizei und Heimverein, den Einlass für die Gästefans zu stoppen.

Dies allerdings erst, „nachdem man vorher großflächig Pfeffer und Hiebe verteilt hatte“, wie die Ultras Chemnitz mitteilen. „Zusätzlich durfte man die 90 Minuten in praller Hitze eingekesselt und von Wasserwerfern bedroht auf einem Fußballplatz unlängst des Gästeeingangs verbringen. Um es noch einmal klar zu stellen: Das betraf nicht nur paar Rowdys, nein hier wurden 350 himmelblaue Fans ausgesperrt!“, kritisieren die Ultras.

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Auch bei den Heimfans rufen die Vorfälle Kritik hervor. So vergleicht die Fanhilfe Magdeburg die Ereignisse vom Spiel gegen Chemnitz mit denen von der Partie gegen Dynamo Dresden im April 2016. Die FCM-Fans gehen daher davon aus, „dass die Probleme für Gästefans struktureller Art sind und somit immer wieder auftreten werden.“

Konkret würden dabei wiederholt folgende Punkte an die Fanhilfe herangetragen:

– eine schlechte Versorgungslage für bahnanreisende Gästefans am Bahnhof Herrenkrug kombiniert mit einem langen Fußmarsch, obwohl Gästefans ebenso wie Heimfans mit jeder Karte eine Gebühr an die lokalen Nahverkehrsunternehmen abtreten
– unsinnige Umleitungen für Autofahrer sowie nicht verständliche Verzögerungen der Anreise busreisender Gästefans durch begleitende Polizeieinheiten
– langanhaltende Einlasskontrollen mit mehreren Vorkontrollen
– geschlossene Gästekassen, auch wenn der Gästeblock nicht ausgelastet ist
– komplizierte Gepäckabgabe, welche die Wartezeit zusätzlich erhöht
Zu diesen alltäglichen Problemen kamen in drei Jahren Drittklassigkeit zudem immer wieder Diskussionen um das Gästekontingent, die erst auf Druck aus der Fanszene hoffentlich endgültig beendet werden konnten.

Vor dem Hintergrund des Aufstiegs in die 2. Bundesliga und den damit zu erwartenden steigenden Zahlen von Gästefans, wollen die FCM-Fans nun aktiv werden. „Der Kampf um Fanrechte kann und darf nicht bei der eigenen Zielgruppe, den eigenen Fans aufhören“, so die Fanhilfe Magdeburg.

Daher will sich die Organisation nun zusammen mit weiteren Vertretern der Fanszene für einen Fanausschuss einsetzen, in dem die genannten Kritikpunkte „nicht nur diskutiert werden, sondern klare Verbesserungen auch für Gästefans erzielt und festgeschrieben werden.“