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National

FCK-Fans setzen sich für Fusion der Ultra-Gruppen ein

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 07. August 2014
Quelle: imago

Vom eigenen Anhang als Mythos geehrt, von den Gegnern gefürchtet: Es gibt bundesweit wenige Stadien, die so sehr für ihre besondere Atmosphäre berühmt sind wie der Betzenberg. Zu den großen Bundesliga-Zeiten eilte dem Publikum bisweilen ein Ruf wie ein Donnerhall voraus. Aber inzwischen ist auf Deutschlands höchstem Fußballberg vieles anders.

Seit dem Abstieg aus der 1. Bundesliga sehen sich die „Roten Teufel“ mit rückläufigen Zuschauerzahlen konfrontiert. In der Saison 2010/11 besuchten noch durchschnittlich 46.392 Zuschauer die Heimspiele. Drei Jahre später und eine Liga tiefer sind es knapp 16.000 weniger (29.943). Eine Entwicklung, die die Fanszene zu Überlegungen zwingt. Erst kurz vor Saisonstart hatten die drei Ultra-Gruppen Generation Luzifer 1998, Pfalz Inferno und Frenetic Youth bekanntgegeben, dass sie gemeinsam ein neues Stimmungszentrum bilden und sich künftig gemeinsam direkt hinter dem Tor auf der Westtribüne zu platzieren.

Offenbar herrscht weitgehend Konsens darüber, dass sich an der Stimmung etwas tun muss. Einigen FCK-Fans ist das noch nicht genug. Sie wollen noch einen Schritt weiter gehen und streben die Fusion der drei Ultra-Gruppen an.

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„Ein Verein = Eine Ultraszene“

 

Fanzeit sprach mit Jakob, einem der Initiatoren, die zunächst über eine Facebook-Seite versuchen, ihre ambitionierte Idee voranzutreiben. Er erzählt uns: „Es herrscht momentan fast schon ein Wettlauf zwischen den verschiedenen Gruppen. Wer supportet am besten, am meisten usw. Das wollen wir innerhalb der nächsten Saisons beseitigen. Wir sind einige Leute, die für die Umsetzung unserer Ideen eine Plattform suchen und dachten uns, eine Facebook-Seite wäre ein guter Anfang.“

Den Grundstein für ihr Anliegen haben die Gruppen mit ihrer Entscheidung bereits gelegt, in der kommenden Saison näher zusammenzurücken. Doch das soll erst der Anfang sein: Am liebsten würde Jakob die drei Gruppen zu einer Fusion bewegen. „Ein Verein = Eine Ultraszene“ heißt es auf der Seite. Ein durchaus ambitioniertes Unterfangen, das weiß auch Jakob: „Wir denken, dass es sehr schwierig wird, aber doch eine Chance besteht, diese Idee durchzusetzen.“ Einen gemeinsamen Namen haben sie jedenfalls noch nicht ausgearbeitet – wohl wissend, dass es bis dahin noch ein weiter Weg ist, wenn denn überhaupt einer dahin führt.