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National

FC St. Pauli kritisiert die Deutsche Bahn

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 19. Dezember 2014
Quelle: imago

Die Deutsche Bahn beklagte zuletzt steigende Kosten durch von Fußballfans verursachte Schäden in Zügen und drohte in diesem Zusammenhang sogar damit, Fanzüge künftig ganz abzuschaffen. Weil auch Spiegel Online über das Thema berichtete und dabei ein Symbolfoto, das St. Pauli-Fans bei der Ankunft an einem Bahnhof zeigt, verwendete, nahm nun auch der FC St. Pauli Stellung und kritisiert die Deutsche Bahn. 

So betont der Verein auf seiner Webseite, dass Auswärtsreisen per Bahn bei Fußballfans äußerst willkommen seien und weist ferner darauf hin, dass die geringe Zahl angemieteter Sonderzüge nicht auf mangelnde Bereitschaft der Fans oder der Vereine, die Bahn zu nutzen, zurückzuführen sei. Vielmehr fehle es an Angeboten, „da die Bahn offensichtlich ihre Wagenkapazitäten derart reduziert hat, dass sie keine ausreichenden Angebote machen kann“, heißt es in der Stellungnahme.

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„Zudem ist es der Verwaltung der Bahn bedauerlicherweise selten möglich, in angemessenem Zeitraum auf Bestellungen zu reagieren.“ Dies bestätigt auch Stefan Schatz vom Fanladen St. Pauli, der Fanbetreuung des Vereins: „„Gerade auf der Kurz- und Mittelstrecke kann die Bahn finanziell nicht ansatzweise mit den Angeboten durch Bus oder Auto mithalten. Bei den Sonderzügen warten wir zudem manchmal wochenlang, bis wir überhaupt eine, meist ablehnende, Antwort erhalten. Letztlich bleiben damit nur ein paar lange Fahrten, die wir dann mit privaten Anbietern machen.“ Darüber hinaus kritisiert der Verein, „dass durch die späten Spielansetzungen durch die DFL mit manchmal nur drei Wochen Vorlauf die Organisation von Sonderzügen teilweise unmöglich wird.“

Dabei sei in vereinsseitig angemieteten Sonderzügen, in denen die Haftung bei Schäden durch den Mieter gewährleistet ist, die Schadensquote weit geringer ist als in Regelzügen. „Für die Sonderzüge, die durch unsere Fans genutzt werden, können unsere Partner bestätigen, dass die Schäden sogar nahezu gen Null gehen“, heißt es beim Kiezklub.

Der Verein wünscht sich, „dass künftig wieder mehr Fans die Bahn als Reisemittel nutzen. Substanzlose Vorwürfe an die Fans wie in dem Bericht geäußert, bringen uns in der Sache aber nicht weiter. Die Hausaufgaben müssen an anderer Stelle, vor allem bei der Bahn, gemacht werden. Hier sind eine praxisnahe und kundenorientierte Preispolitik und ein ausreichender Wagenpark gefragt.“ Auf die „einseitige Betrachtungsweise des Herrn Wendt“, der zuletzt gefordert hatte, Tickets für Spiele künftig an die verpflichtende Anreise mit Zügen zu koppeln, will der FC St. Pauli „nicht weiter eingehen.“