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National

FC Augsburg: Spruchbänder und Fanmagazin müssen durch die Zensur

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 15. April 2014
Quelle: imago

Der FC Augsburg zieht andere Saiten auf. Nachdem Fans des Bundesligisten im Heimspiel gegen den FC Bayern München die Polizei verunglimpft hatten, müssen dem Verein künftig alle Spruchbänder und Banner 24 Stunden vor dem Spiel zur Freigabe vorgelegt werden. Dasselbe gilt für das Kurvenmagazin „Supporter News“.

Die rigorosen Maßnahmen hat der Bundesligist in einer Stellungnahme am Dienstag bekanntgegeben. Bereits vor dem Spiel gegen den Rekordmeister gab es demnach eine Aussprache zwischen Vereins- und Fanvertretern, in der der Verein mit Konsequenzen gedroht hatte für den Fall, dass die aktive Fanszene mit beleidigenden Transparenten auf die Vorkommnisse beim Auswärtsspiel in Mainz reagieren würde.

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Augsburger Fans hatten sich nach der Begegnung in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt über einen unverhältnismäßigen Einsatz der Polizei beschwert. Augsburger Fans gaben an, für zwei Stunden eingekesselt und anschließend mit einem Betretungsverbot für das gesamte Bundesland belegt worden zu sein. Daraufhin sei die Lage eskaliert und von Seiten der Einsatzkräfte mit unverhältnismäßiger Gewalt reagiert worden. Rund 100 FCA-Fans mussten noch vor Anpfiff wieder die Heimreise antreten.

Trotz der Unterredung mit dem Verein waren beim Heimspiel gegen die Bayern mehrere polizeikritische Plakate aufgetaucht. Darauf war unter anderem zu lesen: „Unkooperatives Verhalten als Grundlage eines Bundeslandverbots? Innenministerium RLP abschaffen“, auf einem anderen Banner stand schlicht „Bullenschweine“.

„Unabhängig von den Vorfällen in Mainz duldet der FC Augsburg diese erneuten öffentlichen Pauschalbeleidigungen nicht, auch wenn er sich bei sachlicher und fundierter Kritik immer wieder für seine Fans einsetzt, wie das Beispiel Fürth zeigt“, heißt es in der Stellungnahme des Vereins, die der Vorstandsvorsitzende Walther Seinsch, Geschäftsführer Peter Bircks und Geschäftsführer Stefan Reuter unterzeichnet haben. „Als am 15. Dezember 2012 FCA-Fans nach dem Spiel in Fürth von einer USK-Einheit ungerechtfertigt angegriffen wurden, stellte sich FCA-Präsident Walther Seinsch öffentlich klar gegen Polizeigewalt und Willkür. Mit den jetzt gezeigten beleidigenden Spruchbändern wurde jedoch eine Grenze der sachlichen Kritik der Fangruppe erneut überschritten.“

Für den Fall, dass die betreffende Fangruppe ein weiteres Mal gegen die Stadionordnung verstoßen oder mit einer Aktion auffällig werden sollte, die polizeiliche Ermittlungen nach sich zieht, drohen die Augsburger weiterhin, der aktiven Fanszene den selbstverwalteten Fancorner zu entziehen. Weiterhin stehe dann auch die Selbtsverwaltung im Block M zur Disposition.