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National

Fassade der Ost-Tribüne im Ostseestadion verschönert

Autor: Johannes Holzapfel Veröffentlicht: 04. August 2014
Quelle: „ARTunique

Fanszene Rostock e.V. und die Künstlergruppe ARTunique haben gemeinsam eine Fassadengestaltung für das Ostseestadion geschaffen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Auf dem 350m² großen Bild sieht man unter anderem ein Ostseestadion-Schriftzug, einen einfahrenden Dampfer mit dem Logo des Namenssponsors des Stadions und mehrere Personen, zum Beispiel einen Jungen mit Hansa-Schal.

Wie wir von Christian von ARTunique am Telefon erfahren haben, hat das ganze Projekt ca. 10.000 Euro an Material verschlungen. Mehr als drei Wochen lang wurde an der Fassade vor der Ost-Tribüne gearbeitet, teilweise bis zu 12 Stunden am Tag. Echte Hingabe und Leidenschaft mit Hintergrund: Christian ist seit langem Hansa Rostock-Fan und ist, sofern es die Arbeit zulässt, auch des öfteren im Stadion anzutreffen. In anderen Werken verewigt er ebenfalls Hinweise auf seine Stadt bzw. seinen Verein.

Die Künstler, die Unterstützung von der Fanszene Rostock e.V. erhielten, hatten während der Arbeiten dauerhaften Zugang zum Stadion. Einen eigenen Schlüssel für das Heimstadion seines Vereines zu haben, sei einfach unglaublich, so Christian. Die Arbeiten dauerten ca. drei Wochen, die Planung des kompletten Projekts jedoch ein ganzes Jahr. Die Enthüllung beim ersten Heimspiel gegen Erfurt am vergangenen Samstag sei für Christian noch besser gewesen als für ein Kind Ostern, Weihnachten und Geburtstag zusammen.

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Quelle: „ARTunique

Eins stellt der Künstler vor allem klar: Graffiti soll man sein Kunstwerk nicht nennen. Es ist in diesem Fall eine künstlerische Fassadengestaltung.  Für Unwissende erklärt das wohl am besten ein Zitat von der ARTunique-Homepage: „Manche nennen es Graffiti – wir nicht! Andere sagen dazu Kunsthandwerk – wir nicht! Für manche ist es ‚100% Kitsch‘ – für uns (meistens) nicht! Wir sehen uns als Künstler – denn wir sind weder reine ‚Fassadenmaler‘ – denn a) ‚malen‘ wir nicht im herkömmlichen Sinn, sondern sprühen und b) arbeiten wir längst nicht nur an Fassaden. Wir sind auch keine ‚Airbrusher‘ – denn unser Hauptwerkzeug ist und bleibt die Lack-Sprühdose – zudem arbeiten wir fast ausschließlich ‚freihand‘. Und doch sind wir keine ‚Graffiti-Sprüher‘ – denn auch wenn wir größtenteils in dieser bunten/ chrom-teerschwarzen Subkultur unsere Wurzel haben, so haben unsere Arbeiten mit „Writing“ nichts (mehr) gemein.“

Die Leistung, die die mitwirkenden Personen vollbracht haben, ist schier unglaublich. Das Werk entstammt zu 100% aus Sprühdosen und es wurden keine Schablonen benutzt – reine Handarbeit. Die richtige Begabung und die Leidenschaft, etwas für seinen Verein zu tun, erkennt man in dem Kunstwerk wieder. Einen Einblick in die Arbeit rund um die Fassade unterhalb der Ost-Tribüne erhaltet ihr im Making-of von ARTunique.

  jh