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National

Fanszene Rostock unterstützt Ausgliederungspläne

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 07. Mai 2015
Quelle: imago

Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am kommenden Sonntag stimmen die Mitglieder von Hansa Rostock darüber ab, ob dem Vorstand der Auftrag erteilt werden soll, sich mit einer möglichen Ausgliederung der Profimannschaft zu beschäftigen. Angesichts der angespannten finanziellen Situation der Rostocker wird die Fanszene des Vereins das Ansinnen der Vereinsführung unter bestimmten Rahmenbedingungen unterstützen. 

Das gab die Fanszene Rostock e.V. in einer Stellungnahme auf ihrer Homepage bekannt. Zwar sieht die Organisation „eine Ausgliederung des Spielbetriebs in eine Kapitalgesellschaft (oder andere Rechtsform) äußerst kritisch“, angesichts der aktuellen finanziellen Situation und der drohenden Nichterteilung der Lizenz für die nächste Saison können sich die Fans jedoch „vorstellen, einer Ausgliederung unter bestimmten Rahmenbedingungen zuzustimmen.“

Der Fanszene geht es dabei vor allem darum, den Gang ihres Vereins in die Insolvenz zu vermeiden: „Jetzt stehen wir vor der Entscheidung: Lizenz Ja oder Nein? Profifußball (wenigstens) in Liga 3 oder nicht unwahrscheinlicher Absturz in die Bedeutungslosigkeit. Darüber hinaus geht eine Nichterteilung der Lizenz einher mit der Insolvenz des Vereins. Die Folgen einer Insolvenz sind einfach unkalkulierbar, im schlimmsten Fall droht die Löschung des Vereins aus dem Vereinsregister. Dieses Szenario ist keine Alternative für die Fanszene Rostock und unser Anspruch ist mit Sicherheit auch nicht, in die totale sportliche Bedeutungslosigkeit zu verschwinden.“

Unterstützung nur unter bestimmten Bedingungen

Vor kurzem hatten Investoren ihre Bereitschaft signalisiert, dem Verein finanziell unter die Arme zu greifen, um Finanzierungslücken zu schließen und somit die Lizenz für die kommende Spielzeit zu sichern. Als Bedingung stellten die potenziellen Investoren jedoch eben die Ausgliederung der Profimannschaft des FC Hansa.

Die Fans des FC Hansa wollen diese jedoch nur unter bestimmten Bedingungen unterstützen. Konkret sollen folgende Punkte beachtet werden:

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  • Mitgliederrechte müssen im vollen Umfang erhalten bleiben und dürfen nicht eingeschränkt werden

  • Die übrigen Vereinsstrukturen bleiben bestehen und erhalten volle Zugriffsrechte auf die ausgegliederte Profiabteilung.

  • Investoren erhalten kein Stimmrecht in der ausgegliederten Profiabteilung oder im Verein

  • Alle zu schützenden Werte des Vereins wie Wappen, Vereinsname und Rechte am Stadionnamen werden im Verein eingegliedert bzw. verbleiben dort

  • Das Stadion bleibt bzw. wird Vereinsvermögen

  • Der Prozess der Ausarbeitung der Ausgliederung wird aktiv von einer Kommission von Mitgliedern begleitet bzw. die Möglichkeit der Mitarbeit wird gewährleistet

Die Vereinsführung soll der Fanszene in Gesprächen die Einhaltung dieser Punkte zugesichert haben. Beauftragt die außerordentliche Mitgliederversammlung die Vereinsführung am Sonntag damit, sich mit dem Thema konkret auseinanderzusetzen, soll schließlich im November oder Dezember endgültig über die Ausgliederung entschieden werden.