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National

Fans sollen für Aufenthaltsverbote zahlen

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 09. November 2016
Quelle: imago

In der Vergangenheit sprach die Polizei immer häufiger sogenannte Aufenthalts- oder Betretungsverbote aus, um vermeintliche „Störer“ von Fußballspielen fernzuhalten – zuletzt etwa beim Niedersachsen-Derby zwischen Eintracht Braunschweig und Hannover 96. Diese Verbote werden häufig nicht nur ohne rechtskräftige Verurteilung verhängt, sondern können für Fußballfans auch richtig teuer werden.

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So macht der Duisburger Ableger des Bündnisses „ProFans“ nun öffentlich, dass betroffene Mitglieder der MSV-Ultraszene zuletzt in mehreren Fällen eine Rechnung von Stadt- oder Gemeindeverwaltungen erhalten hätten, in der diese Verwaltungsgebühren für den Vollzug der Maßnahmen verlangen. Zum Beispiel fordert die Stadt Sandhausen 55 Euro, die Stadt Freiburg 105 Euro und die Stadt Nürnberg 155 Euro von mit Aufenthaltsverboten belegten Fans. Die rechtliche Grundlage für diese Gebühren findet sich in den jeweiligen Satzungen der Städte, weshalb diese auch unterschiedlich hoch und unabhängig von der Einkommenssituation des Betroffenen ausfallen

„Dies stellt eine zusätzliche finanzielle Belastung für junge Fußballfans dar, deren Verhängung weder von der Entscheidung eines Gerichts abhängt, noch in direkter Folge auf eine „Straftat“ erfolgt, sondern rein durch eine präventive polizeiliche Maßnahme entsteht“, kritisiert ProFans Duisburg. Einspruch lasse sich nur gegen das Aufenthaltsverbot selbst, nicht aber gegen erhobene Gebühr einlegen.

Angesichts der Tatsache, dass zudem schon die Feststellung der Personalien und ein damit verbundener Eintrag in eine Datei wie die „Gewalttäter Sport“ ausschlaggebend für solch ein Betretungsverbot sein kann, erscheint dem Fanbündnis „eine Veränderung dieser Praxis als dringend angebracht“.