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International

Fans sollen Fans verpfeifen

Autor: Zienau Veröffentlicht: 11. Februar 2015
Quelle: imago

Dem FC Aarau wird es zu bunt. Der Schweizer Verein musste in dieser Saison schon 8.000 Franken Strafe zahlen, weil Zuschauer pyrotechnisches Material gezündet hatten. Die zündelnden Fans zu ermitteln ist schwierig, daher hat der Verein nun seine eigenen Anhänger dazu ermuntert, Straftaten im Stadion Brügglifeld zu filmen und direkt weiterzuleiten.

„Zuschauerinnen und Zuschauer werden ausdrücklich gebeten, Straftaten zu dokumentieren und der Polizei oder dem FC Aarau zu melden, damit die fehlbaren Personen identifiziert und zur Rechenschaft gezogen werden können“, heißt es in einer Mitteilung des Vereins. Der Aufruf ist eine Reaktion auf die stetig steigenden Sicherheitskosten des Vereins. Gleichzeitig könne man auf diese Art und Weise eine effektive Abgrenzung der friedlichen Fans zu den Krawallmachern fördern.

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Der Präsident des Aarauer Fanklubs „FC Aarau 1981″ sieht die Sache kritischer:“Es ist sicher gut, wenn randalierende Fans und Hooligans, die Pyros zünden, identifiziert werden“, sagt Tobias Stüder der Aargauer Zeitung. „Ich weiss auch nicht, ob ich persönlich den Mut hätte, einen Fan zu filmen, der Pyros abbrennt.“ Es könne zu heiklen Situationen kommen, falls ein Fan gefilmt werden sollte, der das nicht möchte. Stüder befürchtet, dass solche Situation schnell gewalttätig enden können.

Der Präsident des FC Aarau, Alfred Schmid, sieht das Ganze etwas anders: „Alle sollen dabei helfen, die Chaoten aus dem Stadion rauszubringen.“

Auch die Polizei, der damit unter die Arme gegriffen werden soll, ist von der Maßnahme nicht wirklich überzeugt. „Wir greifen primär auf professionelle Videoanlagen im Stadion oder am Bahnhof zurück, um Straftäter zu identifizieren“, so Michael Leupold, Kommandant der Aargauer Kantonspolizei. Zudem würde auch von den Beamten im Stadion selbst Videos aufgenommen. Auf Bild- und Tonaufnahmen der Bürger sei man im Allgemeinen nicht angewiesen.