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International

Fans kämpfen um 153 Jahre Tradition

Autor: Moritz Gutscher Veröffentlicht: 30. Mai 2014
Quelle: imago

Der englische Siebtligist Worksop Town FC ist mit 153 Jahren der viert-älteste Fußballclub weltweit. Nun droht ihm das Aus.

Als Vierter schloss die Mannschaft aus dem mittleren England die letzte Saison ab. Es könnte die letzte gewesen sein. Vor wenigen Tagen verkündete der Club-Besitzer, Jason Clark, seinen Ausstieg, die „Tiger“ traten aus der Liga zurück. Nun werden Krisensitzungen einberufen, die Zukunft des semi-professionellen Clubs ist völlig ungewiss. Es herrscht Panik in dem knapp tausend Jahre alten Ort in Nottinghamshire.

Hintergrund der verzweifelten Situation sind andauernde finanzielle Schwierigkeiten, zeitweise durfte das heimische Stadion an der Sandy Lane nicht genutzt werden, der Verein spielte gegen Miete in den Spielstätten naher Rivalen. Mittlerweile ist man zurückgekehrt, Besitzer des Stadions ist jedoch der Parramore FC. Durch den Rückzug des Geldgebers Clark fehlt dem Club nun die wichtigste Einnahmequelle.

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In dieser massiven Krise melden sich nun die Anhänger zu Wort, die um die Zukunft ihres Worksop FC kämpfen wollen. Dabei wollen sie einbezogen werden in die kommenden Entscheidungen. Angedacht ist ein Konzept mit der Gemeinde als Eigentümer, mit Fans in verantwortlichen Positionen. Man möchte nicht mehr abhängig sein von der (finanziellen) Macht Einzelner.

Neben einem zukunftsträchtigen Konzept benötigt Worksop im Moment aber noch etwas anderes: Geld. Rund 40.000 Euro müssen aufgebracht werden, um künftig doch in der selben Liga spielen zu dürfen und es fallen noch zusätzliche Kosten an, unter anderem für die Kaderplanung. Man arbeitet fieberhaft an einem Rettungspaket, startete öffentliche Kampagnen.

So versucht man unter anderem, fünfhundert Saisontickets abzusetzen, die je 200 Pfund einbringen. Die an diesem „500 Club“ beteiligten Sponsoren bieten Rabatte auf ihre Produkte an, so soll die Aktion Fans anlocken. Zudem hofft man auf lokale Politiker, auch um eine neue Heimstatt zu finden. Einige Politiker unterstützen auch die Idee eines fan-getragenen Vereins, im Ort sowie im Web tut sich einiges.

Muss es auch, denn sonst ist einer der ältesten Vertreter der Fußballgeschichte bald nur noch eins: Geschichte.

moG