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National

Fans fordern Boykott von BILD-Aktion

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 16. September 2015
Quelle: imago

Am Wochenende werden die Spieler der 36 deutschen Profiklubs anstatt des üblichen Sponsorenlogos von „Hermes“ mit einem „Wir helfen – #refugeeswelcome“-Schriftzug auf dem Trikot-Ärmel auflaufen. Weil die Aktion jedoch von der BILD-Zeitung unterstützt wird, nimmt der FC St. Pauli nicht daran teil. Fans anderer Vereine fordern ihre Klubs nun ebenfalls dazu auf, die Aktion zu boykottieren.

Öffentlich machte die Verweigerung des Kiezklubs BILD-Chefredakteur Kai Diekmann bei Twitter, als er dort die etwas zweifelhafte Schlussfolgerung zog, dass Geflüchtete beim FC St. Pauli offenbar nicht willkommen seien. Daraufhin erntete der Verein eine Menge virtuellen Zuspruchs für seinen Boykott, hatte doch die BILD-Zeitung selbst in der Vergangenheit nicht gerade für eine Willkommenskultur in Deutschland gesorgt.

Viele Fans wünschten sich bei Twitter unter dem Hashtag #BILDnotwelcome darüber hinaus, dass ihre Vereine sich dem Beispiel der Hamburger anschließen:

Gegenüber dem kicker begründetet St. Paulis Geschäftsführer Andreas Rettig den Boykott wie folgt:  „Der FC St. Pauli ist seit vielen Wochen auf verschiedenen Ebenen zu einem Thema, das seit Monaten alle emotional bewegt, aktiv, um den Menschen, die nach Deutschland geflohen sind, zu helfen. Unser Testspiel gegen Borussia Dortmund, das private Engagement unserer Spieler sowie verschiedenste Aktionen unserer Fans und Abteilungen für die Flüchtlinge in Hamburg sind Beleg dafür. Daher sehen wir für uns nicht die Notwendigkeit, an der geplanten, für alle Klubs freiwilligen Aktion der DFL teilzunehmen.“