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National

Fans empört: DFB verbietet Fotoaktion bei Geisterspiel

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 23. Januar 2017
Quelle: imago

Aufgrund eines Urteils des DFB-Sportgerichts muss der FC Hansa Rostock gleich das erste Pflichtspiel des Jahres gegen den SSV Jahn Regensburg unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen. Mit dem Verkauf von sogenannten Geistertickets und einer Fotoaktion wollte der Verein den so entstehenden finanziellen Schaden auffangen. Doch der DFB macht den Rostockern einen Strich durch die Rechnung. Das empört nicht nur Hansa-Fans. 

Ursprünglich wollte der FC Hansa Fotos derjenigen Fans, die ein Geisterticket zum Preis von 19,95 Euro gekauft haben, auf den Sitzen im Stadion befestigen. Weil die Fotos jedoch eine „erhebliche Brandlast“ darstellen würden, wollte der DFB die Aktion nicht genehmigen. Doch als der Verein durch die Zustimmung des Sicherheitsträgers jegliche Bedenken in dieser Hinsicht ausräumen konnte, verwies der Verband darauf, dass die Fotoaktion „nicht dem Sanktionszweck des Urteils“ entspreche. Dabei bezieht sich der DFB auf ein Urteil vom November 2015, wonach bei einem Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit Banner, Plakate und Transparente in Tribünenbereichen verboten sind.

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Als „nicht nachvollziehbar und überzogen“ empfindet Vorstandsvorsitzender Robert Marien das Verbot und die zugrundeliegende Argumentation seitens des DFB. Auch das bundesweite Bündis ProFans hat sich mittlerweile eingeschaltet und den Verband für sein Vorgehen scharf kritisiert. „Für mehr Verständnis und Transparenz gegenüber der DFB-Gerichtsbarkeit wird dieses Vorgehen mit Sicherheit nicht sorgen“, mahnt das Bündnis in seiner Mitteilung.

„Eine Organisation, die sich öffentlicher Kritik entzieht, pervertiert den Gedanken einer demokratischen Gesellschaft“, stellt ProFans-Sprecherin Gloria Holborn fest und führt weiter aus: „Auch ein Verband muss damit umgehen können, dass seine Strafen nicht überall auf Wohlgefallen stoßen und darf die sachliche Auseinandersetzung damit nicht scheuen.“

Jakob Falk von ProFans bezeichnet das Vorgehen des DFB als „großen Fehler. Das Kritik-Verbot an seinen Urteilen bringt nämlich nicht nur Ultras gegen sich auf, sondern weite Teile der Fanszenen. Damit wird der Verband immer mehr zu einem extremen Feindbild von unterschiedlichsten Fußballfans in ganz Deutschland.“ Das Bündnis fordert daher die Rücknahme des Verbots der Fotoaktion und empfiehlt dem DFB „einen gelasseneren Umgang mit Kritik an seiner ungerechten und ineffektiven Sportgerichtsbarkeit.“

Der FC Hansa will die Aktion bei der Partie gegen Regensburg derweil abgeändert durchführen. Statt auf den Sitzschalen solle die Fotos der Fans auf der Videoleinwand des Ostseestadions erscheinen.